Abiturprüfungen haben begonnen
Insgesamt 43.000 Schülerinnen und Schüler (29.000 an allgemein bildenden Gymnasien, 14.000 an beruflichen Gymnasien) haben am heutigen Donnerstag (19. April) mit den schriftlichen Abiturprüfungen begonnen. Das Abitur startete mit dem Fach Deutsch.
19.04.2007 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-WürttembergVon 8.00 bis 13.30 Uhr saßen die Prüflinge der allgemein bildenden und beruflichen Gymnasien an ihren Aufgaben. Für deren Bearbeitung, einschließlich Einlesezeit, standen 330 Minuten zur Verfügung.
An den allgemein bildenden Gymnasien konnte zwischen den nachfolgenden fünf Themen gewählt werden:
- Interpretation eines Dialogs zwischen Ferdinand von Walter und Luise aus "Kabale und Liebe" von Friedrich Schiller. Daran schließt sich eine Teilaufgabe an, die verlangt, die Bedeutung der Liebe für Luise und Ferdinand sowie für Effi und Innstetten in Fontanes "Effi Briest" zu vergleichen.
- Eine gestaltende Interpretation zu Theodor Fontanes "Effi Briest" setzt an einem Gespräch zwischen Innstetten und Wüllersdorf am Ende des Romans an. Die Schülerinnen und Schüler sollen von der Annahme ausgehen, dass das Gespräch mit Wüllersdorf Innstetten veranlasst, über sein Leben und seine Ehe nachzudenken. Die Aufgabe verlangt das Verfassen eines inneren Monologs.
- Eine literarische Erörterung greift eine Aussage des Schriftstellers Dieter Wellershoff auf. Das Zitat lautet: "Literatur ist in meinem Verständnis eine Simulationstechnik. Der Begriff ist in letzter Zeit populär geworden durch die Raumfahrt, deren vollkommen neuartige Situationen, der praktischen Erfahrung vorauslaufend, zunächst künstlich erzeugt und durchgespielt werden. […] Das ist, wie mir scheint, eine einleuchtende Analogie zur Literatur. Auch sie ist ein der Lebenspraxis beigeordneter Simulationsraum, Spielfeld für ein fiktives Handeln, in dem man als Autor und als Leser die Grenzen seiner praktischen Erfahrungen und Routinen überschreitet, ohne ein wirkliches Risiko dabei einzugehen. […] Die Simulationstechnik der Literatur erlaubt es ihm [dem Leser], fremde Verhaltens- und Denkweisen in seinen Erfahrungsspielraum mit einzubeziehen, also weniger borniert zu sein, und in Bezug auf den gesellschaftlichen Zusammenhang weniger normenkonform." Die Schülerinnen und Schüler sollen anhand ihrer Leseerfahrung erörtern, inwieweit sie Wellershoffs Verständnis von Literatur teilen.
- Eine vergleichende Interpretation zu den Gedichten "Nacht in London" von Erich Fried (1921-1988) und "Reisezehrung" von Sarah Kirsch (geb. 1935).
- Erörterung des Textes "Die Ehre" von Asfa-Wossen Asserate (in: Ders., Manieren, Frankfurt/Main 2005, S. 32ff.). Die Schülerinnen und Schüler sollen zunächst die Kernaussagen des Textes herausarbeiten. Danach sollen sie sich mit den Auffassungen des Autors auseinandersetzen und dabei die Bedeutung der "Ehre" für verschiedene Bereiche unserer heutigen Gesellschaft klären. Alternativ dazu können die Schülerinnen und Schüler eine gestalterische Teilaufgabe wählen.
Sie sollen dabei von der fiktiven Annahme ausgehen, dass sie Teilnehmer/Teilnehmerin eines interkulturellen Diskussionsforums zu Werten unserer Gesellschaft sind und die Aufgabe haben, in einer Rede zu den Ausführungen des Autors Stellung zu nehmen. Die Aufgabe verlangt das Verfassen dieser Rede.
Die Prüflinge an den beruflichen Gymnasien konnten zwischen den nachfolgenden fünf Themen wählen:
- Interpretation eines Dialogs zwischen Ferdinand von Walter und Luise aus "Kabale und Liebe" von Friedrich Schiller. Daran schließt sich eine Teilaufgabe an, die verlangt, die Bedeutung der Liebe für Luise und Ferdinand sowie für Effi und Innstetten in Fontanes "Effi Briest" zu vergleichen. (Gemeinsame Aufgabe von allgemein bildenden und beruflichen Gymnasien)
- Eine literarische Erörterung greift eine Aussage des Schriftstellers Dieter Wellershoff auf. Das Zitat lautet: "Literatur ist in meinem Verständnis eine Simulationstechnik. Der Begriff ist in letzter Zeit populär geworden durch die Raumfahrt, deren vollkommen neuartige Situationen, der praktischen Erfahrung vorauslaufend, zunächst künstlich erzeugt und durchgespielt werden. […] Das ist, wie mir scheint, eine einleuchtende Analogie zur Literatur. Auch sie ist ein der Lebenspraxis beigeordneter Simulationsraum, Spielfeld für ein fiktives Handeln, in dem man als Autor und als Leser die Grenzen seiner praktischen Erfahrungen und Routinen überschreitet, ohne ein wirkliches Risiko dabei einzugehen. […] Die Simulationstechnik der Literatur erlaubt es ihm [dem Leser], fremde Verhaltens- und Denkweisen in seinen Erfahrungsspielraum mit einzubeziehen, also weniger borniert zu sein, und in Bezug auf den gesellschaftlichen Zusammenhang weniger normenkonform." Die Schülerinnen und Schüler sollen anhand ihrer Leseerfahrung erörtern, inwieweit sie Wellershoffs Verständnis von Literatur teilen. (Gemeinsame Aufgabe von allgemein bildenden und beruflichen Gymnasien)
- Eine vergleichende Interpretation zu den Gedichten "Nacht in London" von Erich Fried (1921-1988) und "Reisezehrung" von Sarah Kirsch (geb. 1935) oder eine Interpretation des Textes "Am Ziel" von Herbert Eisenreich (1925-1986).
- Die Erörterung des Textes "Jung, arm und tüchtig" von Frederike Knüpling (aus: Die Zeit, Nr. 20 vom 12. Mai 2005). Die Schülerinnen und Schüler setzen sich kritisch mit den Argumenten der Autorin auseinander und erörtern Möglichkeiten, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
- Die Erstellung eines Essays auf der Grundlage eines vorgelegten Dossiers. Die Materialien umfassen Texte und Schaubilder, zu denen Abstracts verfasst werden müssen. Anschließend schreiben die Schülerinnen und Schüler einen Essay mit dem Titel "Mode und Identität".
Keine Kommentare vorhanden