Auf dem Schulweg immer bremsbereit
(bikl) In diesen Wochen heißt es wieder "Vorsicht! I-Dötzchen unterwegs". Etwa 800.000 Erstklässler werden zum Schuljahr 2006/2007 in Deutschland eingeschult. Die ersten starten in Nordrhein-Westfalen. Dort beginnt in dieser Woche für rund 181.000 Kinder der "Ernst des Lebens".
09.08.2006 ArtikelDamit Autofahrer auf den Schulanfang aufmerksamer und vorsichtiger fahren, hat die Verkehrswacht die Schulanfangsaktion "Brems Dich – Schule hat begonnen" organisiert. Mit Plakaten, Spruchbändern und Aufklebern werden die Verkehrsteilnehmer zu erhöhter Wachsamkeit ermahnt. Wie wichtig solche Aktionen sind, belegt eine Studie von TNS-Infratest aus dem vergangenen Jahr. 92 Prozent der befragten Autofahrer gaben dort an, dass Transparente oder Hinweisschilder, die zu besonderer Rücksicht auf Schulanfänger aufrufen, sie in ihrer Fahrweise beeinflussen.
Kinder sind überfordert
Auch die Verkehrssicherheitsberater der Polizei fordern derzeit die erwachsenen Verkehrsteilnehmer besonders intensiv auf, Rücksicht zu nehmen. Insbesondere Autofahrer müssen sich gerade jetzt auf das kindgemäße Verhalten einstellen: Langsam, aufmerksam und bremsbereit fahren, Geschwindigkeitsreduzierungen beachten, und immer mit Fehlverhalten von Kindern rechnen. Denn komplexe Verkehrssituation überfordern Kinder in diesem Alter. Kinder unterschätzen Gefahren und reagieren impulsiv, oft unberechenbar. Sie sind keine kleinen Erwachsenen und weder geistig noch körperlich in der Lage, mit den vielfältigen Anforderungen des Verkehrs fertig zu werden.
Außerdem existieren entwicklungsbedingte Gefahren: Kinder sind zu klein, um über parkende Autos hinwegsehen zu können. Sie haben ein engeres Blickfeld als Erwachsene und können die Geschwindigkeit herannahender Autos nicht einschätzen. Experten empfehlen deswegen den Eltern, in den letzten Ferientagen den Schulweg mit ihren Kindern zu trainieren.
Walkingbus
Eine besondere Aktion haben sich die Verkehrsexperten in Paderborn ausgedacht. In Zusammenarbeit mit der Universität Paderborn hat die dortige Polizei den "Walkingbus" ins Leben gerufen. Beim Projekt finden sich Kinder auf festgelegten Wegen an eigens eingerichteten "Bushaltestellen" in Begleitung Erwachsener zusammen und bewältigen die Schulwege gemeinsam - zu Fuß. Erste Untersuchungen der Paderborner Universität belegen, dass Kinder, die im Walking-Bus zur Schule "fahren", konzentrationsfähiger und körperlich belastbarer sind. 15 Schulen beteiligen sich bereits an dem Projekt.
Rollentausch
Der nordrheinische Verband der Kinder- und Jugendärzte in Düsseldorf empfiehlt den Eltern zum Einüben des Schulwegs einen Rollentausch: Das Kind sollte Vater oder Mutter zur Schule bringen und selbst die Gefahrenstellen erklären. In den ersten Schulwochen sollten die Kinder gelegentlich überwacht werden. So können Unsicherheiten erkannt und das Training wiederholt werden. Mit dem Rad sollten Kinder erst nach der Radfahr-Ausbildung im 4. Schuljahr zur Schule fahren, so die Kinderärzte.
Siehe auch Raser auf dem Schulweg
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