"Auslandsschulen brauchen mehr Geld und Verlässlichkeit"

"Gut und notwendig" nannte Ludwig Georg Braun, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die Initiative von Außenminister Steinmeier, aus seinem Etat die Finanzierung der deutschen Auslandsschulen deutlich zu erhöhen.

06.08.2007 Pressemeldung DIHK - Deutscher Industrie- und Handelskammertag

Die Wirtschaft brauche die Schulen aus zwei Gründen, erläuterte Braun gegenüber dem "Handelsblatt": Zum einen könnten international tätige Firmen leichter Manager ins Ausland entsenden, wenn deren Kinder die Chance auf einen deutschsprachigen Unterricht erhielten. "Die Schulen bilden die nötige Bildungsinfrastruktur für Investitionsentscheidungen", so der DIHK-Präsident.

Zum anderen würben deutsche Konzerne zunehmend nicht-deutsche Absolventen der Schulen als Arbeitskräfte für Deutschland an.

Derzeit gibt es weltweit 117 deutsche Auslandsschulen mit über 100.000 Schülern sowie mehr als 400 Schulen mit einem deutschsprachigen Zweig und über 100 Schulen mit einer Lehrervermittlung und -betreuung aus Deutschland.

Im internationalen Vergleich ist das Angebot damit eher mager. "Die Kürzungen der vergangenen Jahre haben das erfolgreiche System geschwächt", kritisierte Braun gegenüber dem "Handelsblatt". "Die Auslandsschulen brauchen mehr Geld und vor allem Verlässlichkeit."

Mit Blick auf die Pläne der Bundesregierung, die Wirtschaft stärker als bisher zur Mitverantwortung heranzuziehen, verweist der DIHK darauf, dass die Wirtschaft alles in allem bereits mehrere hundert Millionen Euro beigetragen habe. So sammelte etwa allein der Freundeskreis Deutscher Auslandsschulen im vergangenen Jahr 128.000 Euro an Spenden für Einzelprojekte. Zudem stützten die Auslandshandelskammern vor Ort die Schulen, und auch die Firmen leisteten über das teilweise erhebliche Schulgeld ihren Finanzierungsbeitrag.


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