Berlin ist attraktiv für junge Lehrer: Hochqualifizierte Bewerberinnen und Bewerber konnten gewonnen werden
Für den Berliner Schuldienst haben sich in diesem Frühjahr anteilig sehr viel mehr junge Lehrerinnen und Lehrer beworben als in den vergangenen Jahren. So konnte die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung selbst in klassischen Mangelfächern wie Musik und Englisch mit bis zu vier Mal mehr Bewerbern Vorstellungsgespräche führen als Einstellungsplätze vorhanden waren.
16.06.2009 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und ForschungDie zentralen Bewerberverfahren sind ferner rund vier Wochen früher als im Vorjahr abgeschlossen worden. Weitere Verfahren zu den insgesamt 252 Lehrereinstellungen, die in Berlin zum kommenden Schuljahr vorgenommen werden, laufen derzeit dezentral an Berlins Schulen.
Insgesamt steht für Berlin in diesem Jahr ein Einstellungskontingent von 417 Stellen zur Verfügung. 165 Stellen konnten bereits zum Halbjahr im Februar besetzt werden.
Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner würdigte die erfreulichen Zahlen zu den Einstellungsverfahren als Ergebnis der Offensive bei der Lehrerbesoldung vom Februar dieses Jahres:
"Berlin hat jungen Lehrkräften ein attraktives Angebot unterbreitet. Trotz der Abwerbekampagnen reicherer Bundesländer haben viele junge Menschen erkannt, dass Berlins Schulen gute Orte für engagierte Lehrerinnen und Lehrer sind."
Der Berliner Senat hatte im Februar beschlossen seinen neu angestellten Lehrkräften ab dem 1.8.2009 ein Gehalt zu zahlen, das brutto um bis 1.200 Euro höher liegt als im Sommer des vergangenen Jahres. Ein Junglehrer wird demzufolge von Beginn seiner Berufskarriere in die Erfahrungsstufe 5 eingruppiert, was zu einem monatlichen Brutto-Verdienst von ca. 3.846 Euro führt.
Auch alle anderen der rund 5.000 angestellten Lehrerinnen und Lehrer des Landes Berlin erhalten die Eingruppierung in diese höchste Erfahrungsstufe. Wie hoch der Gehaltszuwachs für die einzelne Lehrkraft ist, hängt von ihrer derzeitigen Einstufung ab.
Das dazu erforderliche Mitbestimmungsverfahren für den Hauptpersonalrat ist eingeleitet.
In einem ersten Schritt sind bis Mitte Juni die Gehälter von Lehrkräften, die sich in Erfahrungsstufen unterhalb der Stufe drei befanden, rückwirkend zum Februar angehoben worden. Diese Lehrkräfte mussten in den vergangenen Wochen Nebenabreden unterschrieben an die Verwaltung zurücksenden, um die Auszahlungen möglich zu machen. 500 Nebenabreden sind unterschrieben zurückgekommen und dementsprechend unverzüglich gezahlt worden. Diese erste Gehaltsanhebung beläuft sich auf rund 400 Euro brutto.
Die Entscheidungen vom Februar umfassten auch eine deutliche Aufstockung der Referendariats- und Studienplätze. So steigt die Zahl der Referendariatsplätze ab 01.02.2010 auf insgesamt 2.200 an. An den Universitäten werden 1000 Lehramtsabsolventen pro Jahr ihr Studium abschließen können. Die Steigerung der Studienplätze erfolgt vor allem in Mangelfächern wie Sonderpädagogik, Englisch, Physik und Musik.
Für diese Offensive für den Lehrerberuf einschließlich der Gehaltserhöhungen stellt das Land Berlin rund 30 Millionen Euro jährlich bereit.
Zahlenanhang:
Auszug aus den zentralen Einstellungsgesprächen der Senatsverwaltung:
| Anzahl Gesprächsteilnehmer/innen | Anzahl ausgewählter Personen | |
|---|---|---|
| LaS Sonderpädagogik | 75 | 18 |
| L 1 WF Musik | 12 | 3 |
| L 1 WF Englisch | 30 | 11 |
| L 1 WF Deutsch | 80 | 16 |
Parallel dazu laufen derzeit die dezentralen Gespräche an den Schulen. Erste Erkenntnisse hieraus sind, das insbesondere in den Mangelfächern Mathematik und Physik, in denen drei Neueinstellungen getätigt werden können, mehr Bewerbungen als Plätze vorliegen. Unter diesen 14 Bewerberinnen und Bewerbern sind besonders hervorragende junge Lehrkräfte, die im ersten und zweiten Staatsexamen eine "1" bzw. "2" haben.
Für das Mangelfach Latein für das zwei Einstellungen getätigt werden, liegen 19 Bewerbungen vor (darunter Bewerberinnen, die im zweiten Staatsexamen eine "1" haben, und vier die in beiden Staatsexamina eine "1" haben).
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