Studie

Besser lernen mit bundesweitem Schulnetz

(red/pm) Der Einsatz digitaler Medien in der Schule verbessert den Unterricht. Das haben repräsentative Umfragen unter 1.000 Lehrern und Schülern im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM ergeben. Danach sind 79 Prozent der befragten Lehrkräfte davon überzeugt, dass ihre Schüler schneller lernen, wenn sie im Unterricht mit Computer und Internet arbeiten. Drei Viertel beobachten, dass die Schüler durch den Medieneinsatz motivierter sind. 77 Prozent der Lehrer sagen, dass sie durch PC und Internet individueller auf die einzelnen Schüler eingehen können.

03.03.2011 Artikel

"Die meisten Lehrerinnen und Lehrer sehen den großen Nutzen von Computer und Internet, finden aber häufig schlechte Voraussetzungen in ihren Schulen vor", sagte BITKOM-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer bei der CeBIT in Hannover. Bisher werden digitale Medien in der Schule noch zu selten genutzt. Nur 15 Prozent der Schüler in Deutschland arbeiten im Unterricht täglich mit dem PC, weitere 41 Prozent ein oder mehrmals in der Woche. 43 Prozent der Schüler nutzen den PC seltener als wöchentlich oder gar nicht im Unterricht.

Nach Ansicht des BITKOM sollten innerhalb der nächsten drei Jahre alle Klassenräume in Deutschland mit breitbandigen, möglichst drahtlosen Internetzugängen ausgestattet sein. Whiteboards, interaktive Tafeln mit Internetzugang, müssten ebenfalls flächendeckend eingeführt werden. Daneben benötigen die Schulen ausreichend Lizenzen für Lernsoftware. "In den Oberschulen sollte jeder Schüler einen mobilen Computer besitzen, den er in der Klasse benutzen kann", forderte Scheer. Dafür sei ein Finanzierungskonzept notwendig, das die Eltern einbezieht, aber Schülern aus sozial schwachen Familien nicht zurück lässt.

Neben einer besseren Ausstattung müssten die Schulbehörden der zuständigen Bundesländer Strategien für den Einsatz neuer Medien entwickeln. "Die E-Education-Strategien der Länder sollten klare Zeitpläne für die Ausstattung der Schulen und didaktische Konzepte für den Medieneinsatz enthalten", sagte Scheer. Notwendig sei in diesem Zusammenhang eine bessere Zusammenarbeit der Bundesländer. "Ein bundesweites Schulnetz würde einen großen Fortschritt bedeuten", sagte Scheer. Innerhalb dieses Netzes könnten die Schulen Erfahrungen austauschen, Lehrmaterialien teilen und gemeinsam neue Geräte oder Software anschaffen. Massiv müsse zudem in die Weiterbildung der Lehrer investiert werden. Laut der Umfrage hat nur die Hälfte der Lehrer in den vergangenen drei Jahren an einer Fortbildung teilgenommen, die den Einsatz neuer Medien zum Thema hatte. Scheer: "Der Fortbildungsbedarf in diesem Bereich hört eigentlich nie auf, weil sich die Medien ständig weiter entwickeln."


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