Baden-Württemberg

Bessere Rahmenbedingungen an Schulen würden allen helfen

"Schule belastet Schüler, Eltern und Lehrer immer stärker. Die Schüler leiden unter Stoff- und Notendruck. Eltern fiebern insbesondere dem Über-gangsverfahren auf die weiterführenden Schulen und dem Schulabschluss ihrer Kinder entgegen. Für Lehrer sind schwierigere, unter häuslichen oder sozialen Problemen leidende Schüler sowie zu große Klassen die stärkste Belastung", stellt der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, Gerhard Brand, fest.

14.03.2011 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Brand beklagt auch, dass Schüler häufig nur noch das lernen, was in der nächs­ten Klassenarbeit abgefragt werde. Ziel einer umfassenden schulischen Bildung dürfe nicht sein, nur entsprechende Zensuren und Zeugnisse vorweisen zu kön­nen. Mit Sorge sieht der VBE-Landeschef die steigende Zahl verhaltensauffälli­ger Schüler. Bei Kindern und Jugendlichen häufen sich verbale Ausfälligkeiten, psychosomatische Störungen, Mobbing und Verweigerungshaltungen. Beängsti­gend sei, dass schon Grundschüler in vermeintlich guter Absicht ohne ärztliche Verordnung Medikamente zur Beruhigung oder Leistungssteigerung verabreicht bekommen. Der VBE appelliert an Politiker und Kultusbehörden, von erdrü­ckenden Forderungen an Schule und Lehrerschaft Abstand zu nehmen und rea­listische Ziele zu setzen. "Lehrer können nicht jedes Problem der Gesellschaft aufarbeiten und lösen und auch nicht jeden Wunsch der Wirtschaft erfüllen. Lehrer sind weder die großen Alleskönner noch Wunderheiler", so der VBE-Chef wörtlich.

Der VBE fordert bessere Rahmenbedingungen an den Schulen, insbesondere noch mehr unterstützende Fachkräfte wie Sozialpädagogen, Schulpsychologen und Beratungslehrer sowie kleinere Klassen und Lerngruppen mit dem Ziel, dass allerhöchstens 25, besser noch lediglich 20 Schüler in einer Klasse sitzen. Außerdem müssen die Pädagogen spürbar entlastet werden; in einem ersten Schritt diejenigen, die zusätzlich zum Unterricht besondere Aufgaben erfüllen - wie beispielsweise die Kooperationslehrer Kindergarten-Grundschule.

Der VBE ermutigt alle Eltern, bei der Erziehung mehr von ihrer natürlichen Autorität Gebrauch zu machen und den Kindern - gerade wenn sie sie lieben - deutliche Grenzen zu setzen und konsequent auf deren Einhaltung zu bestehen.


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