Besseres Lernen im Gymnasium und der Oberstufe
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Niedersachsen begrüßt, dass Kultusministerin Frauke Heiligenstadt heute zu einem Dialogforum eingeladen hat, das Anregungen für die Reform der Sekundarstufe I der Gymnasien und der Oberstufe von Gymnasium und Gesamtschulen erörtert, bevor sich das Ministerium auf einzelne Regelungen festlegt und sie mit Fachleuten aus den Schulen beraten werden. Eine solche Beteiligung hatte die GEW in den letzten zehn Jahren vergeblich eingefordert: Das Turbo-Abitur und die Einführung des Zentralabiturs und der Baden-Württembergischen Zwangsprofile wurden kurzfristig von oben angeordnet.
10.06.2013 Pressemeldung GEW NiedersachsenDie GEW setzt sich dafür ein, dass in der Sekundarstufe I des Gymnasiums und in der Oberstufe von Gymnasien und Gesamtschulen die Lernbedingungen wieder verbessert werden, so dass höhere Leistungen bei weniger Stress möglich werden. "Es geht uns nicht nur um die Wiedereinführung von G9, sondern darum, engschrittiges Pauken durch vertieftes Lernen in Sinnzusammenhängen zu überwinden und einen umfassenderen Bildungsbegriff zu realisieren, der z. B. auch musisch-kulturelle und technische Bildung sowie Wahlunterricht mit individueller Schwerpunktbildung Raum gibt", erklärt der Schulexperte der GEW Henner Sauerland. Auch die Lebens- und Arbeitswelt-Orientierung müsse im Curriculum des Gymnasiums verankert werden.
"Wir brauchen auch künftig eine einheitliche Sekundarstufe II für Gymnasien und Gesamtschulen, weil die Kooperation der Oberstufen in vielen Städten die Regel ist, um das Kursangebot für die AbiturientInnen zu verbessern. Wir treten für fünfstündige Kurse auf erhöhtem Niveau und für dreistündige Kurse auf grundlegendem Niveau ein. So können sich die SchülerInnen intensiver auf weniger Kurse konzentrieren und das Niveau ihrer Arbeit erhöhen", so Henner Sauerland. Außerdem setzt sich die GEW dafür ein, dass die Zahl der Prüfungsfächer wieder auf vier begrenzt wird und dass statt der aus Baden-Württemberg importierten Zwangsprofile wieder mehr individuelle Profile und die thematische Kooperation von Fachkursen ermöglicht werden. "Wir sind gespannt, ob unsere Anregungen aufgenommen werden, die Durchlaufzeit der Oberstufe durch Module zu flexibilisieren." So könnten AbiturientInnen die Oberstufe in zwei Jahren absolvieren, in drei Jahren das Standardprogramm durchlaufen oder zusätzliche Kurse z. B. in Naturwissenschaften oder Sprachen belegen.
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