Bildungsbericht markiert Einstieg in neue Steuerungsphilosophie

Experten aus Bund und Ländern, Wissenschaft und Gesellschaft haben am Dienstag über die Ergebnisse des kürzlich vorgelegten Berichts "Bildung in Deutschland" beraten. "Der Bericht ist ein gutes Beispiel für eine fruchtbare Zusammenarbeit von Bund und Ländern und für einen funktionierenden Föderalismus", sagte Michael Thielen, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

04.07.2006 Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung

Die Bildungsberichterstattung ist Teil eines umfassenden Monitoring-Systems, zu dem auch die Leistungsvergleichsuntersuchungen wie zum Beispiel PISA und Beiträge der Bildungsforschung gehören. "Dieses Monitoring ist Ausdruck einer neuen Form bildungspolitischer Steuerung", sagte Thielen. "Diese Steuerung begreift Autonomie, Wettbewerb und Rechenschaftslegung als zentrale Elemente. Alle internationalen Vergleiche zeigen, dass es nur wenige Bildungssysteme in der Welt gibt, die durch eine Fülle von Gesetzen, Erlassen und Verordnungen so stark staatlich reguliert sind wie das deutsche." Damit zeige der erste nationale Bildungsbericht auch eine neue Steuerungsphilosophie.

Die Föderalismusreform trägt der gestiegenen Bedeutung der Bildungsberichterstattung und Bildungsforschung Rechnung. Der neue Artikel 91 b des Grundgesetzes macht die "Feststellung der Leistungsfähigkeit des Bildungswesens im internationalen Vergleich" zur Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern. KMK und BMBF haben sich als Auftraggeber des Bildungsberichts darauf verständigt, den Bericht im Rhythmus von zwei Jahren mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunktthemen vorzulegen. Der Bund will zudem die Bildungsforschung mit einer neuen Initiative erheblich stärken.

Zentrales Ergebnis des Berichts ist, dass Bildungserfolg und Qualifikation der Bevölkerung in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen sind. Davon profitieren insbesondere Frauen. Andererseits zeigt der Bericht aber auch, dass der Erfolg der Bildung stark von der sozialen Herkunft abhängt. Dies betreffe vor allem junge Menschen aus Migrantenfamilien.

"Bildung in Deutschland" ist ein unabhängiger Expertenbericht, der im Auftrag der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder (KMK) sowie des BMBF von einem interdisziplinären Wissenschaftlerteam unter Federführung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung erstellt wurde. Beteiligt sind das Deutsche Jugendinstitut, das Hochschul-Informationssystem, das Soziologische Forschungsinstitut an der Universität Göttingen sowie die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder.

Bericht und weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bildungsbericht.de.


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