Das Bildungsschlaraffenland ist wieder in greifbarer Nähe, für die meisten Schulen aber nicht bezahlbar
Auf der `didacta´ wird wieder eine Fülle von Anregungen und Materialen angeboten, das Fachleute und Laien überzeugt und begeistert. "Leider können die meisten Schulen von dem `Tischlein-deck-dich!´ nicht so profitieren, wie es den Schülern gut täte, weil sie chronisch unterfinanziert sind," stellt der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Gerhard Brand, vor Eröffnung der großen Bildungsmesse resignierend fest.
20.02.2011 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergLehrer können sich auf der `didacta´ sehr viele Anregungen holen. Sie sehen eine Fülle von guten Büchern, Lernmaterial und Unterrichtshilfen, die überzeugt. Leider können die wenigsten Schulen wirklich nach Bedarf einkaufen, sondern lediglich so viel, wie es die Kommune als Schulträger zulässt. Nicht pädagogische, sondern fiskalische Argumente bestimmen über den Einkauf. Damit zeitgemäßer guter Unterricht gehalten werden könne, müssten alle Schulen materiell, räumlich und personell deutlich besser ausgestattet werden, fordert der VBE-Chef. Fakt sei, dass Eltern immer mehr selber Bildung für ihre Kinder einkauften, weil sie zu wenig Vertrauen in die staatlichen Schulen haben.
Neben den vielen gut beleumundeten privaten Schulen haben auch kommerzielle Nachhilfeinstitute verstärkt unterrichtliche, also eigentlich staatliche Aufgaben übernommen. Bildungspolitik in Zeiten chronisch klammer Haushaltskassen dürfe nicht darauf hinauslaufen, dass es an den Schulen Bildung für alle lediglich in der "Demo-Version" gebe und sich nur finanziell besser gestellte Familien die Vollversion mit allen notwendigen Extras privat aus der eigenen Schatulle einkauften, warnt der VBE-Vorsitzende. Im Bildungsbereich werde seit Jahren gespart. Neben den fast schon regelmäßigen Unterrichtsausfällen seien immer noch zu volle Klassen bei schwieriger gewordenen Schülern mit viel zu wenig Stütz- und Fördermöglichkeiten für Leistungsschwächere bittere Realität. Der verballhornte Werbeslogan "Wir können alles - außer Bildung" dürfe kein Motto sein für das an Bodenschätzen arme Bundesland Baden-Württemberg, dessen wichtigster Reichtum die Menschen sind, moniert Gerhard Brand. "Das öffentliche Schulwesen muss so gut werden, dass es die Konkurrenz privater, von der Wirtschaft geförderter Einrichtungen nicht zu fürchten braucht, und Nachhilfeinstitute nicht mehr von dessen Mängeln profitieren können", fasst Brand zusammen.
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