Das Interesse an Naturwissenschaften steigern
(bikl/idw) In diesem Jahr feiert die Idee "Schülerlabor" in Deutschland ihren zehnten Geburtstag. Seitdem 1996 das erste Schülerlabor seine Türen für Kinder und Jugendliche öffnete, hat die Idee ihre Kreise im gesamten deutschen Bildungssystem gezogen.
31.10.2006 ArtikelMit mittlerweile über 200 Schülerlaboren und über 300.000 pro Jahr erreichten Jugendlichen ist Deutschland unter den europäischen Ländern Spitzenreiter, wenn es um außerschulische Lernstätten geht. Mit der Einrichtung regionaler Schülerlabor-Netzwerke wird die Erfolgsgeschichte weitergeschrieben und auf eine zukunftsträchtige Basis gestellt.
Am 2. November 2006 startet das Berlin-Brandenburger Schülerlabor-Netzwerk "Gemeinsam für den naturwissenschaftlichen Unterricht (GenaU)".
Naturwissenschaften hautnah
Schülerlabore bieten außerhalb des Klassenzimmers Kindern und Jugendlichen eine wichtige Vertiefung ihres naturwissenschaftlichen Schulunterrichts. An Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Museen, Gründerzentren und in Unternehmen forscht die Jugend an der Seite von Wissenschaftlern selbst und lernt so Naturwissenschaft und Technik aus erster Hand kennen. "Ich bin davon überzeugt, dass die Schülerlabore einen wichtigen Beitrag dazu leisten, mehr junge Menschen für einen Beruf in den Naturwissenschaften oder den Ingenieurwissenschaften zu begeistern" sagt Andreas Storm, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).
Erfolg wissenschaftlich belegt
Dieser Erfolg lässt sich auch wissenschaftlich nachweisen. Zwei Studien der vom BMBF geförderten bundesweiten Schülerlabor-Dachorganisation Lernort Labor am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften in Kiel belegen dies. Bei Jungen und Mädchen steigt durch den Laborbesuch das Interesse an Naturwissenschaften, ihre Einstellung gegenüber den Fächern ändert sich, und die Einschätzungsmöglichkeit der Jugend gegenüber ihrer eigenen Leistungsfähigkeiten in Physik, Chemie und Biologie wächst. "Der Schülerlaborbesuch hinterlässt in den Köpfen der Schüler beachtliche Spuren mit positiven Rückwirkungen auf den Unterricht" fasst der Kieler Bildungsforscher Prof. Manfred Euler die positive Wirkung der Schülerlabore zusammen.
Nach München, Saarbrücken, Bremen und Niedersachsen ist Berlin/Brandenburg die fünfte Schülerlabor-Region in Deutschland, die sich mit dem Schulsystem verzahnt. "Mit der regionalen Vernetzung erreichen die Schülerlabore einen wichtigen Meilenstein auf Ihrem Weg, sich fest ins Bildungssystem zu integrieren" sagt Dr. Dorothee Dähnhardt, Geschäftsführerin von Lernort Labor. Gemeinsam mit der Robert Bosch Stiftung und der Technologiestiftung Berlin fördert Lernort Labor GenaU.
Problem: Anschubfinanzierungen laufen aus
Die Bündelung der Schülerlabore ist auch deshalb von entscheidender Bedeutung, weil trotz unbestrittener Erfolge Deutschlands Schülerlabore an einem Wendepunkt stehen. Anschubfinanzierungen, vor allem von Stiftungen und von der Europäischen Union, laufen aus, so dass intelligente Finanzierungskonzepte gefunden werden müssen. Hier sind Politik, Wissenschaft und Wirtschaft gefordert, gemeinsam zu agieren. Nicht nur als Orte für Schüler, sondern auch in der beruflichen Aus- und Weiterbildung und als Stätten lebenslangen Lernens haben die Lernorte ein erhebliches Potential in der Zukunft.
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