Die Primarstufe ist das Fundament für eine solide Bildung
"Die Grundschule - als eine Schule für alle - setzt den pädagogischen Auftrag, jedes Kind in seiner Einzigartigkeit individuell zu fördern und zu fordern, erfolgreich um", versichert der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. Lediglich der viel zu hohe Klassenteiler von 31 Kindern bereite Lehrern und Eltern nach wie vor erhebliche Sorge, da dieser eine noch intensivere Förderung und ein noch größeres individuelles Eingehen auf den jeweiligen Schüler erschwere.
09.09.2009 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergDer VBE setzt sich mit Vehemenz für die gesellschaftliche und finanzielle Aufwertung der pädagogisch wertvollen Grundschularbeit ein, denn "ein solides Fundament ist nicht nur beim Hausbau von größter Bedeutung", so der VBE-Sprecher. Daher seien auch Überlegungen von Politikern, Grundschullehrkräfte noch niedriger zu besolden, völlig indiskutabel, denn ohne deren hervorragende Arbeit wären auch Hochbegabtengymnasien und Elite-Universitäten nicht machbar. Um eine noch bessere individuelle, ganzheitliche Förderung jedes Grundschulkindes zu erreichen, ist nach Auffassung des VBE eine sofortige Reduzierung des Klassenteilers auf höchstens 22 Schüler pro Klasse notwendig. In kleineren, überschaubaren Lerngruppen könnten Lehrer den Bildungs- und Erziehungsbedürfnissen der Kinder wesentlich wirkungsvoller gerecht werden.
Schätzungen besagen, dass trotz guten Unterrichts mehr als ein Fünftel der Grundschüler nachmittags private Unterstützung erhält. Eltern geben für Nachhilfe sehr viel Geld aus. Dabei beschränkt sich die zusätzliche Unterstützung vor allem auf die Fächer, die für das Übergangsverfahren auf die weiterführenden Schulen in Klasse vier entscheidend sind: Deutsch und Mathematik. Eine Verlängerung der Grundschulzeit könnte viel von dem frühen Druck auf die Kleinen nehmen, ist man sich beim VBE sicher. "Es muss endlich Schluss damit gemacht werden, jede Tätigkeit des Grundschülers auf die mögliche Verwertbarkeit für die Gymnasialempfehlung abzuklopfen", mahnt der VBE-Sprecher, "die Grundschule ist kein Vorgymnasium, sondern eine eigenständige wertvolle Schulart." Kinder wollen etwas leisten und freuen sich über jeden Lernfortschritt. Gleichzeitig braucht man aber Unterstützungssysteme, die verhindern, dass Schüler durch die "Maschen fallen" und sich als Verlierer fühlen müssen.
Keine Kommentare vorhanden