Die "Zwangsehe" Musik/Sport/Gestalten wieder auflösen
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg begrüßt ausdrücklich den heutigen Vorstoß der SPD, die Fächerverbünde an den Schulen nach fünf Jahren Laufzeit auf den Prüfstand zu stellen. Der VBE fordert das Kultusministerium auf, insbesondere die ausschließlich an der Hauptschule "zwangsvermählten" Fächer Musik, Sport und Gestalten sofort wieder zu scheiden, zumal bei diesem Fächerverbund sowieso nur die beste Einzelfachnote versetzungsrelevant ist und zusätzlich ausgewiesen werden muss.
28.08.2009 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergSeit der Bildungsplanreform 2004 sind in der Grundschule Musik, Kunst und Handarbeit in dem Fach "MeNuK" (Mensch, Natur und Kultur) aufgegangen. In der Hauptschule wurden Musik, Sport und Kunst zum Fächerverbund "MSG" zusammengefasst. Somit gibt es nach der Einführung der neuen Bildungspläne die Fächer Musik und Bildende Kunst an den Grund- und Hauptschulen überhaupt nicht mehr. Da die Musik in den Fächerverbünden aufgegangen oder - je nach Standpunkt - untergegangen ist, kann auch so der Bedarf an Musikpädagogen besser kaschiert werden, gibt der VBE-Sprecher der SPD recht.
Die für Schüler meist motivierenden Noten der "Nebenfächer" Musik, Sport und Kunst in der Hauptschule - beziehungsweise Handarbeit, Musik und Zeichnen in der Grundschule - verschwanden zu Gunsten der Fächerverbünde MSG und MeNuK. Außerdem werden jetzt durch die zusammengerechneten Zeugnisnoten unterschiedliche Schülerleistungen nivelliert - in Sport mangelhaft, in Musik sehr gut gibt befriedigend. Es entsteht eine wenig aussagekräftige Durchschnittsnote. Aus gutem Grund wird das Fach Musik an der Realschule und am Gymnasium weiterhin erteilt, da ein solides Fachwissen notwendig ist, bevor man interdisziplinär arbeiten kann. Völlig unverständlich ist, dass seit 2006 trotz Fächerverbund wieder die beste Note aus Musik, Sport und Kunst (Fächer, die es jetzt ja eigentlich gar nicht mehr gibt!) im Zeugnis ausgewiesen werden muss und nur dieser Teilbereich der Gesamtnote versetzungsrelevant ist.
Schon seither galten Musik, Sport und Bildende Kunst aus Sicht vieler lediglich als schmückendes Beiwerk, als Erholung für die vom "richtigen" Lernen in den Hauptfächern gestressten Schüler. Das Bündeln zu Fächerverbünden habe diesen Trend verstärkt, selbst wenn in der Summe keine einzige Stunde gegenüber der alten Stundentafel verloren gegangen sei, beklagt der VBE-Sprecher. Der musisch-künstlerische Bereich habe an den Schulen klar verloren.
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