Digitalisierung

„Digitalpakt 2.0 muss endlich kommen!“

„Der Digitalpakt 2.0 muss endlich kommen. Bund und Länder müssen die Hängepartie beenden. Die Schulen brauchen Planungssicherheit“, sagte Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), in ihrer Rede während der Kundgebung am „Tag der Arbeit“ in Hamburg.

02.05.2024 Hamburg Pressemeldung GEW Hamburg
  • © www.pixabay.de

Der 1. Mai, den die Gewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in ganz Deutschland mit vielen Veranstaltungen feiern, steht in diesem Jahr unter dem Motto „Mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Sicherheit". Nicht zuletzt die Corona-Pandemie, so Finnern, habe deutlich gemacht, dass es an den Schulen viel Nachholbedarf gebe: „Bei der Digitalisierung müssen wir mehr Tempo machen. Dafür ist es notwendig, dass der Bund die benötigten Finanzen für den Digitalpakt 2.0 endlich bereitstellt und das Programm verstetigt.“

Die GEW Hamburg begleitet in diesem Schuljahr eine Studie zur Arbeitszeit und Arbeitsbelastung von Lehrkräften an Stadtteilschulen und Gymnasien, auf die Maike Finnern in ihrer Rede hinwies: „Der Arbeitsalltag an Hamburger Schulen ist – wie so oft in Deutschland - bestimmt von Zeitdruck, häufig miserablen Schulgebäuden, unterentwickelter digitaler Ausstattung, der Verwaltung des Mangels und zusätzlichen Aufgaben ohne angemessenem Zeitausgleich. Klar ziehen die Pädagog*innen die individuelle Reißleine! Immer mehr Lehrkräfte suchen den Ausweg aus dem Job oder in die freiwillige Teilzeit, der ihnen aber immer häufiger versperrt wird. Im letzten Jahr betrug die Teilzeitquote unter den Lehrkräften in Hamburg 56,1 Prozent, und war damit deutschlandweit am höchsten. Bis Ende der Sommerferien läuft die Studie, also macht mit!“

Finnern wies zudem auf den dramatischen Fachkräftemangel an Kitas auch in Hamburg hin: „Die Freie und Hansestadt Hamburg hat die gesamte Kindertagesbetreuung in die Hände privater Träger gelegt. Ein Tarifabschluss im Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes muss nachverhandelt werden. Allerdings stellt Hamburg das für die Übertragung des Abschlusses benötigte Geld nicht direkt im Haushalt bereit. Herr Dr. Dressel, das geht so nicht! Eine langfristige Förderung des frühkindlichen Bildungsbereichs ist unabdingbar, um die Qualität und Quantität der Betreuung zu sichern und den Kitas Handlungsspielräume zu ermöglichen und das kostet Geld! Wir brauchen ein Bildungswesen, das Chancen eröffnet - und nicht verschließt! Wir brauchen ein Bildungssystem, das den Zusammenhang von Armut und Bildungserfolg entkoppelt - und nicht zementiert. Deshalb setzen sich GEW und DGB für gute Bildung ein, für bessere Lern- und Arbeitsbedingungen von der Kita über die Schulen, die Hochschulen bis hin zu Erwachsenen- und Weiterbildung. Deshalb ergänze ich unseren Slogan: ‚Mehr Lohn, mehr Freizeit, mehr Sicherheit, mehr Chancengleichheit, mehr gute Bildung für alle‘“, hob Finnern hervor.

Ansprechpartner

GEW Hamburg

Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden