Doppelte Abiturientenjahrgänge als große Chance für die deutsche Wirtschaft begreifen!
Hohe Übereinstimmung herrschte auf einer Fachtagung des Deutschen Philologenverbandes und des Elternforums Bildung in Berlin darüber, dass die im nächsten Jahrzehnt auf die deutschen Hochschulen und den Arbeitsmarkt zuströmenden doppelten Abiturientenjahrgänge viel mehr als Chance und nicht als Gefahr oder Problem begriffen werden müssten.
23.10.2007 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)Auf der Veranstaltung, die in dieser länderübergreifenden Form zu diesem Thema erstmalig in der Bundesrepublik stattfand, beteiligten sich rund 100 Vertreter von Eltern-, Schüler- und Lehrerorganisationen sowie Hochschulen, Ministerien, Wirtschaftsverbänden, Arbeitsmarkt-instituten, Parlamenten sowie der Bundeswehr und des Bundesamtes für den Zivildienst. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Tatsache, dass durch die doppelten Abiturientenjahrgänge zwischen 2007 und 2020 zusätzlich rund 180 000 Abiturienten an die Hochschulen und auf den Arbeitsmarkt gelangen werden.
In seiner Einführung hob der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, das Ziel der Tagung hervor, im gemeinsamen Meinungs- und Konzeptaustausch aller Betroffenen diese Herausforderung positiv zu begleiten, notwendigen Handlungsbedarf festzustellen und neue Konzepte zu entwickeln. Er machte auch deutlich, dass die Thematik nicht nur Abiturienten und Studenten betreffe, sondern durch einen etwaigen Verdrängungswettbewerb auf dem Arbeitsmarkt auch Berufsschul-, Realschul- und Hauptschulabsolventen.
Wolfgang Kuert, der Sprecher des bundesweit tätigen Elternforums Bildung, auf dessen Initiative die Tagung zurückgeht, wies in seinem Grußwort auf folgende Tatsachen hin: "Es ist bekannt, dass ein großer Teil der Abiturienten zum Studium das eigene Bundesland verlässt. Die doppelten Abiturientenjahrgänge werden also bereits ab 2011 eine bundesweite Herausforderung sein. Der erhöhte Bedarf an Studienplätzen besteht nicht nur für ein Jahr, sondern für die gesamte Studiendauer. Gleiches gilt für den Wohnraumbedarf. Am Ende des Studiums wird dann die doppelte Zahl von Abgängern auf den Arbeitsmarkt drängen."
Prof. Jan-Hendrik Olbertz, der Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt, dessen Bundesland in diesem Sommer bundesweit den ersten doppelten Abiturientenjahrgang bewältigen musste, plädierte nachdrücklich für eine konstruktive Haltung und gegen Abwehrreflexe. Sein Land habe diese Herausforderung erstaunlich geräuschlos und unspektakulär gemeistert, zumal im Gegensatz zu den bevölkerungsreichen Bundesländern der Mehraufwand an Studien- und Ausbildungsplätzen sich überschaubar dargestellt habe. Er betonte: "Trotz aller anstehenden Probleme sollten wir den Schülern der entsprechenden Abiturjahrgänge Mut zum Studium machen, anstatt Ängste vor Studien- und Arbeitsplatzmangel zu schüren."
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