Eltern sind sauer auf Kultusminister Rau

(redaktion/pm) "Er lebt offensichtlich in einer anderen Welt", meinte einer der teilnehmenden Eltern jetzt nach einem Gespräch im Kultusministerium Stuttgart. Gemeint war damit Baden-Württembergs Kultusminister Helmut Rau, der nach über einem Jahr stetig lauter werdenden Elternproteste gegen das auf acht Jahre verkürzte Gymnasium erste Anzeichen von Reformwilligkeit erkennen ließ.

26.06.2008 Artikel

Das glaubten zumindest die Eltern des G8-Koordinierunsgkreises Heilbronn/Unterland, in der Eltern aus fast allen Gymnasien der Region für eine "Reform der Reform" arbeiten. Gemeinsam mit Eltern aus anderen Regionen waren sie ins Kultusministerium gebeten worden. Dort ließ sich Helmut Rau aber durch seine Mitarbeiter vertreten, die sich die massive Kritik – nach Aussagen der Eltern - ungerührt anhörten. Kurz zuvor hatte der Kultusminister erklärt, die Probleme des achtjährigen Gymnasiums lägen an der Umsetzung in den Schulen.

Für Yvonne Weckbach vom G8 Koordinierungskreis ist nach dem Termin jedoch klar, dass hier die Opfer zu Tätern gemacht werden sollen: "Auch die besten Lehrer können nicht auffangen, was ein inkompetenter Kultusminister verbockt hat." Ihr Kollege Uwe Kastner ist sich sicher: "Solange Herr Rau nicht den Willen hat, die Realität wahrzunehmen, werden die Proteste weitergehen."

In der Region Heilbronn findet derzeit in allen Gymnasium eine von den Eltern selbst organisierte Umfrage statt, mit der die tatsächliche Lage dokumentiert werden soll. Im Herbst ist eine große Informationsveranstaltung geplant. Eingeladen ist dazu auch Ministerpräsident Günther Oettinger.

Yvonne Weckbach ist gedämpft optimistisch: "Die nächsten Wahlen kommen auch in Baden-Württemberg. Herr Oettinger weiß genau, dass sein Parteifreund Koch in Hessen unter anderem über eine schlechte Bildungspolitik gestolpert ist ..."


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