"Elternwille bekommt beim Übertritt ein höheres Gewicht – Staat als pädagogischer Schulweghelfer"
Der Elternwille bekommt bei der Wahl der weiterführenden Schule ihrer Kinder nach der Grundschule einen deutlich höheren Stellenwert. Dies unterstrich heute Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle im Plenum des Bayerischen Landtags. Außerdem will er, dass der Staat als "pädagogischer Schulweghelfer" den Weg des einzelnen Kindes intensiver als bisher in der 4. und 5. Jahrgangsstufe begleitet. Dafür strebt er zusätzliche Förderelemente in der 5. Jahrgangsstufe aller weiterführenden allgemeinbildenden Schularten an.
17.02.2009 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und KultusDer pädagogischen Weiterentwicklung des Übertritts kommt für Minister Spaenle in einem differenzierten Bildungssystem eine zentrale Bedeutung zu, um die Chancengerechtigkeit bestmöglich zu gewährleisten. Der Kultusminister will deshalb die subjektiv von vielen Eltern als Druck empfundenen Situation zu Ende der 4. Klasse entlasten. "Ich nehme dabei die Sorgen von Eltern sehr ernst", so der Minister. Deshalb will Spaenle in einem "innovativen Schritt" den Übertritt in eine begleitete Übertrittsphase in den Jahrgangsstufen 4 und 5 fortentwickeln. Zentrale Elemente dabei werden eine intensivierte Beratung der Eltern - auch über die Schullaufbahn, eine veränderte Übertrittsempfehlung für alle Kinder der 4. Jahrgangsstufe, der Probeunterricht und eine stärkere Einbindung des Elternwillens in die Wahl der weiterführenden Schule sein.
In der Übertrittsphase will Minister Spaenle die abgebende Grundschule und die aufnehmende weiterführende Schule enger miteinander verzahnen. "Ich will, dass die Lehrkräfte der aufnehmenden Schule die Kinder treuhänderisch begleiten", so der Minister. Aus der "pädagogischen Gesamtverantwortung" heraus will Minister Spaenle nach dem Probeunterricht einen erweiterten Notenkorridor für die Elternentscheidung eröffnen. Bisher konnten Eltern ihre Kinder nur bei einem Notendurchschnitt von 3,5 (also bei einer Prüfung 4 und der einen der Note 3) im Probeunterricht in die beabsichtigte Schulart anmelden. Diesen Korridor will der Minister erweitern.
Keine Kommentare vorhanden