Ernährungsprogramm für Schüler
(bikl/idw) Ernährungspsychologen des Bereichs Humanmedizin der Universität Göttingen haben zusammen mit dem Eutiner Institut für Bewegungstherapie und Rehabilitation das Ernährungs- und Bewegungsprogramm "Fitte Schule" entwickelt. Dieses Präventionskonzept will das Umfeld "Schule" nutzen, um Kinder und Jugendliche spielerisch an einen aktiven und gesunden Lebensstil heranzuführen. Das Programm wurde im Dezember 2005 von der "Plattform Ernährung und Bewegung e.V." begutachtet und als qualitätsgesicherte Maßnahme zertifiziert.
17.01.2006 ArtikelDie"Fitte Schule" ist für die vierten bis sechsten Klassen aller Schulformen konzipiert. In kurzen "Quizaktiv-Pausen" während des Unterrichts bauen die Kinder Spannungen ab und stärken ihre Teamkompetenz. Sie werden körperlich aktiv und erwerben relevantes Ernährungswissen. Ein Material-Set steht den Schulen ab sofort zur Verfügung.
Vor der Begutachtung hatten zwei fünfte Realschul-Klassen das Programm "Fitte Schule" ein halbes Jahr im Unterricht getestet. Einmal am Tag lösten die Kinder in kleinen Gruppen ein Ernährungs-Quiz oder eine Bewegungsaufgabe. "Die Schülerinnen und Schüler wie auch die Lehrer haben die spielerischen Quiz-Aktiv-Pausen gerne genutzt", sagt Dr. Thomas Ellrott von der Universität Göttingen: "Das Konzept haben wir an beliebte Quizshows im Fernsehen angelehnt. In der Evaluation gaben die Schüler an, die Quiz- und Bewegungsaufgaben im Unterricht hätten ihnen viel Spaß gemacht. Auch konnten sie sich nach den knapp fünfminütigen Pausen wieder besser auf den Unterricht konzentrieren. Fünf Minuten am Tag reichen natürlich für einen großen Erfolg alleine nicht aus. Wir wollten ein Programm entwickeln, das andere Konzepte wie tägliche Sportstunden ("Fit für Pisa") ergänzt, dabei aber mit minimalem Aufwand und geringen Kosten vom Klassenlehrer im Unterricht eingesetzt werden kann", so Ellrott.
Jedes vierte bis fünfte Kind in Deutschland ist übergewichtig, jedes 10te bis 20ste Kind ist fettleibig (adipös). Gleichzeitig sind Körpergefühl und Koordination so schlecht wie nie zuvor. "Wir müssen in erster Linie die Lebensbedingungen der Kinder und Jugendlichen ändern, wenn wir die Entwicklung umkehren wollen. Schulen sind dafür gut geeignet, weil die Kinder täglich viele Stunden dort verbringen", sagt Dr. Ellrott: "Ein weiterer Schwerpunkt von "Fitte Schule" liegt auf der Integration von übergewichtigen und lernschwachen Kindern sowie solchen mit schlechten Deutschkenntnissen. Nach Meinung der Lehrerinnen ist dies in den Evaluationsklassen sehr gut gelungen."
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