Europaweite Erhebung der Fremdsprachenkenntnisse geplant
(bikl) Die EU plant ab 2009 die Fremdsprachenkenntnisse ihrer Schüler zu testen. Wie die EU-Kommission am Freitag mitteilte, sollen dabei in jedem Mitgliedstaat Kenntnisse in der ersten und zweiten Fremdsprache bei jährlich 4.000 bis 5.000 14- bis 16-Jährigen erfasst werden.
14.04.2007 ArtikelZwei Fremdsprachen in frühem Alter
Bereits im Jahr 2000 hatte der Europäische Rat in Lissabon auf die Notendigkeit zur verstärkten geografische Mobilität der EU-Bürger hingewiesen und deshalb die Verbesserung der Sprachkompetenzen auf die Agenda gesetzt. Auf der Ratstagung 2002 in Barcelona waren dann konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der fremdsprachlichen Grundkenntnisse vor allem durch das Erlernen von mindestens zwei Fremdsprachen vom frühesten Alter an gefordert und die Schaffung eines Indikators der Sprachkompetenzen in die Planung genommen worden.
Lesen, Zuhören, Schreiben
In der Folge wurde die Erhebung über Sprachkompetenzen in der Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Kommission und den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten konzipiert. Dabei sollen vor allem die Sprachkenntnisse der Schüler der Abschlussklassen in der Pflichtschulbildung erfasst werden. Berücksichtigung finden sollen in der ersten Erhebungsphase ab 2009 drei Arten von Kompetenzen, nämlich Lesen, Zuhören und Schreiben in den europäischen Sprachen, die in der EU an erster und an zweiter Stelle unter den vermittelten Fremdsprachen stehen: Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch und Italienisch.
Referenzdaten für besseres Lehren und Lernen
Die Erhebungsergebnissen sollen nähere Aufschlüsse über die Fremdsprachenkompetenzen der Heranwachsenden (Altersgruppe 14-16 Jahre) in der EU liefern und als Referenzen dienen für vorbildliche Praktiken und beispielhafte Leistungen sowie über im Laufe der Zeit erzielte Fortschritte beim Erlernen von Fremdsprachen. Den so gewonnenen Informationen wird auch strategische Bedeutung zukommen, indem sie Politikern, Lehrkräften und Lernenden in den Mitgliedstaaten eine Hilfe zur Verbesserung des Lehrens und Lernens von Fremdsprachen ist.
Die von der Kommission ab 2009 geplanten Fremdsprachentests bedürfen allerdings noch der Zustimmung der europäischen Bildungsminister, die am 25. Mai tagen werden. Wie die Tagesschau meldet, hatte sich Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) zuletzt skeptisch gegenüber den Plänen gezeigt. Zunächst müssten die Schulen die Ergebnisse der Pisa-Studie umsetzen, sagte sie.
Weiterführende Links
- Sprachen und Multilinguismus in Europa
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