"Führerschein für den Inklusionssport": Fortbildung für Lehrkräfte geht heute zu Ende
Blindes Vertrauen brauchten 29 Lehrkräfte, als sie sich mit Langstock und Augenbinde in die Turnhalle tasteten. Sie lernten in Bad Hindelang im Allgäu bei einer erstmals veranstalteten Fortbildung, wie der gemeinsame Sportunterricht von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung an den Regelschulen gestaltet werden kann. "Sport verbindet und stiftet Gemeinschaft: Gemeinsam im Team Sieg und Niederlage erleben, sich für ein Ziel motivieren und aufeinander Rücksicht nehmen. Inklusion im Sportunterricht ist eine echte Chance für die Schüler, aber zugleich eine Herausforderung für die Lehrkräfte. Deshalb freue ich mich besonders über diese neue Fortbildung. Sie zeigt, dass Bayern auf dem Weg zur inklusiven Schule vorankommt", kommentierte Kultus- und Sportstaatssekretär Bernd Sibler den heute endenden Lehrgang.
30.11.2012 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und KultusDieser fand auf Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus statt und wurde durch die Bayerische Landesstelle für den Schulsport im Rahmen der Staatlichen Lehrerfortbildung und mit Unterstützung des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes Bayern (BVS Bayern) durchgeführt. "Mit dem Pilotlehrgang ‚Führerschein für den Inklusionssport' übernimmt das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus bundesweit eine Vorreiterrolle", lobte Georg Steibl, der Vizepräsident Sport des BVS Bayern.
Am Anfang der Fortbildung stand die Selbsterfahrung der Lehrkräfte: Unter der Anleitung erfahrener Referenten erlebten die Teilnehmer, wie sich Basketball im Rollstuhl, Bewegungsspiele als Gehörloser oder Konditionstraining mit Augenbinde anfühlen. Die Übungsauswahl war dabei konsequent auf das Ziel ausgerichtet, Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung gleichberechtigt in den Sportunterricht einbinden zu können. Für die Pädagogen aus den verschiedenen Schularten war der Perspektivwechsel beides - eine persönliche Bereicherung und eine wertvolle Erfahrung für die zukünftige Unterrichtsgestaltung. Nun geht es für die Lehrkräfte an die Umsetzung an den Schulen vor Ort.
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