GEW Hessen fordert deutliche Erhöhung der Ausbildungskapazitäten
Nach Informationen, die der GEW Hessen vorliegen, sollen von insgesamt 2706 Bewerberinnen und Bewerbern lediglich 1425 (52,66%) ein Angebot zur Aufnahme in den Vorbereitungsdienst für die Lehrämter (zweite Phase der Lehrerausbildung) erhalten haben. Spitzenreiter bei den abgelehnten Bewerbungen ist das Lehramt für Gymnasien (59,89% Ablehnungen,) dicht gefolgt vom Lehramt an Grundschulen (54,55% Ablehnungen). Lediglich beim Lehramt an beruflichen Schulen wurden alle Bewerberinnen und Bewerber in den Vorbereitungsdienst übernommen.
25.06.2009 Pressemeldung GEW Hessen"Es ist nicht zu akzeptieren, wenn junge Menschen nach dem 1. Staatsexamen keinen Platz im Vorbereitungsdienst für die Fortsetzung ihrer Ausbildung zur Lehrkraft erhalten und Wartezeiten einplanen müssen. Wenn dies auch noch in Zeiten geschieht, in denen die politisch Verantwortlichen einen Lehrkräftemangel beklagen, müssen bei uns alle Alarmglocken läuten", erklärte der Vorsitzende der GEW Hessen, Jochen Nagel, in Anbetracht dieser Situation.
Erschwerend kommt hinzu, dass selbst Kolleginnen und Kollegen mit sogenannten Mangelfächern abgewiesen wurden. So wurden z. B. im Haupt-und Realschulbereich und im Gymnasialbereich insgesamt 42 Bewerberinnen und Bewerbern mit dem Fach Mathematik, das als eines der größten 'Mangelfächer' gilt, keine Angebote gemacht, obwohl diese teilweise sogar als zweites Fach ebenfalls ein sogenanntes Mangelfach haben.
"In diesem Zusammenhang fordert die GEW Hessen erneut die deutliche Erhöhung der Ausbildungskapazitäten, so dass alle Bewerberinnen und Bewerbern unmittelbar nach dem ersten Staatsexamen ihre Ausbildung fortsetzen können. Hier wäre das Geld jedenfalls wesentlich besser angelegt als in teuren Abwerbekampagnen, die sowieso keinen wirklichen Effekt haben", so Jochen Nagel weiter. "Darüber hinaus müssen endlich nachhaltige Programme aufgelegt werden, mit denen den so ausgebildeten Lehrkräften gegebenenfalls Weiterbildungsmöglichkeiten für die Mangelbereiche angeboten werden."
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