GEW: Schule ist mehr als Lesen, Schreiben und Rechnen
"Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten Horst Köhler, ist ein wichtiger Beitrag, um bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für die eigene Geschichte in ihrer unmittelbaren Umgebung zu wecken," erklärte die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marianne Demmer, anlässlich der Preisverleihung am 19. Oktober in Hamburg. Der Wettbewerb mache zudem deutlich, dass die Schule eine zentrale Bedeutung für die historisch-politische Bildung der jungen Generation habe, so die GEW-Vize. "Dies ist um so wichtiger, als derzeit die Gefahr besteht, dass der Auftrag der Schule auf Lesen, Schreiben und Rechnen verkürzt wird."
19.10.2005 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und WissenschaftAuf historische Spurensuche unter dem Motto "Sich regen bringt Segen? Arbeit in der Geschichte" begaben sich in diesem Jahr 5922 Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 21 Jahren in 1380 Projekten. Durchschnittlich hat damit jede dreißigste Schule in Deutschland Wettbewerbsteilnehmer gestellt. In sechs Monaten erforschten die jungen Leute geschichtliche Ereignisse, die in ihrer unmittelbaren Umgebung stattgefunden haben und die bis in die Gegenwart nachwirken.
Dazu haben sie in lokalen Archiven recherchiert und mit Zeitzeugen gesprochen und schließlich selbst ein Stück bisher unerforschter Alltagsgeschichte geschrieben. "Das stärkt und fördert Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein und ist ein wichtiger Beitrag zum forschenden Lernen. Das Thema "Arbeit" stellt zudem überfachliche Bezüge her und richtet den Blick auf das Zentrum jeder menschlichen Existenz" schloss Demmer.
Die GEW beglückwünscht die Gewinner des Wettbewerbs.
Info: Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten wird seit 1973 alle zwei Jahre gemeinsam mit der Körber-Stiftung durchgeführt. Der nächste Wettbewerb startet am 1. September 2006. Marianne Demmer ist Mitglied im Kuratorium der Körber-Stiftung.
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