Große Unwissenheit über Klima und Wetter auch in der Schule

(bikl/NOZ) Einen großen Nachholbedarf an Klimaerziehung in deutschen Schulen stellt Gerhard Steinhorst, Leiter der Wettervorhersage beim Deutschen Wetterdienst (DWD), in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) von heute fest.

06.06.2007 Artikel
  • © bikl.de

Klimaerziehung sei in Deutschland bislang wenig verbreitet, bemängelt Steinhorst: "Wir merken beim DWD, dass Klimaerziehung von jungen Leuten gut angenommen wird und dass in Deutschland dafür noch mehr getan werden müsste. Bei jungen, aber auch bei älteren Menschen ist noch viel Unwissenheit über Unwetter und Klimaveränderungen zu beobachten." Daran müsse man in der Erziehung und in den Schulen intensiver arbeiten. Der DWD unterstütze diese Aufgaben mit geeigneten Materialen.

In anderen Ländern, wie etwa den USA, seien die Menschen gegen Unwetter besser gerüstet als hierzulande, denn dort verfügten sie über mehr Informationen. Dazu Steinhorst: "Erforderlich in Deutschland wäre, die Warnsysteme und das notwendige Verhalten bei Unwettern zu erklären."

Badewetter im April - ist das schon der Klimawandel?

Zu ihrem Wissen über Zusammenhänge zwischen aktuellen Wetterkapriolen und dem Klimawandel hat jetzt die Zeitschrift ELTERN family knapp 1600 Schüler befragt. "Badewetter im April, Tornados und kein Schnee - ist das der Klimawandel?" Diese Frage beantworteten 82 Prozent der befragten Schülerinnen und Schülern aller Schulformen zwischen 9 und 19 Jahren mit einem Ja. Im Detail befürchten die Jungen und Mädchen eine Erwärmung der Erde (34 Prozent), Überschwemmungen (31 Prozent), Winter ohne Schnee (15 Prozent), die Schmelze des Polareises (14 Prozent), das Sterben von Menschen, Pflanzen und Tieren (13 Prozent) sowie wirtschaftliche Einbußen (3 Prozent). Und 18 Prozent der Befragten gaben an, dass sie gar nichts in dieser Hinsicht befürchten.


Weiterführende Links

  • Das vollständige Interview in der Neuen Osnabrücker Zeitung
  • Homepage des DWD

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