Baden-Württemberg

Grundsatzrede zur Zukunft des Gymnasiums von Kultusministerin Schick beim Landesdelegiertentag des Philologenverbandes

In einer Grundsatzrede anlässlich des Landesdelegiertentages des Philologenverbandes (PhV) in Fellbach hat Kultusministerin Marion Schick am Freitag (9. Juli 2010) zur Bedeutung und Zukunft des Gymnasiums im gegliederten Schulwesen in Baden-Württemberg Position bezogen. Die Kultusministerin stellte die empirischen Belege für die hohe Leistungsfähigkeit der baden-württembergischen Gymnasien heraus, die sich aus der aktuellen Ländervergleichsstudie ergeben.

09.07.2010 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

"Es gibt keinen Grund das bewährte gegliederte Schulwesen aufzugeben und es muss Schluss sein mit Schulstrukturdebatten, die den Blick für das Wesentliche verstellen", sagte Schick. "Das Gymnasium bleibt auch künftig in Baden-Württemberg ein eigenständiger Bildungsgang. Wir werden die hohe Qualität dieser Schulart und der Hochschulreife ohne Abstriche erhalten. Kern und Ziel der gymnasialen Bildung ist und bleibt die Vermittlung einer breiten und vertieften Allgemeinbildung mit dem Ziel der Hochschulreife."

Die Ministerin forderte die Philologen auf, in einem Schulterschluss für die Stärkung und den Erhalt des Gymnasiums in seiner jetzigen Form gemeinsam zu kämpfen.

Im Hinblick auf die Forderung des PhV parallel zum achtjährigen Gymnasium wieder neunjährige Gymnasialzüge einzuführen, stellte Schick klar: "Es wird keine Wiedereinführung von neunjährigen Zügen geben. Eine Parallelität von acht- und neunjährigen Zügen ist der falsche Weg zur Stärkung der Zukunftschancen und Studierfähigkeit unserer Kinder und Jugendlichen."

"Nach dem bildungspolitische Grundsatz: mehr Freiraum für mehr Qualität hat die Landesregierung seit 2004 das Schulwesen grundlegend reformiert. An vielen Gymnasien des Landes wird G8 mit großem Erfolg umgesetzt. Dennoch hören wir Klagen über hohe Belastungen. Die bereits von mir angekündigten Nachjustierungen des G8 sollen deshalb nicht rückwärtsgewandt sein, sondern müssen vorwärtsgewandte Lösungen beinhalten", betonte Ministerin Schick. Es soll dabei ein konstruktiver Dialog mit den Regierungspräsidien, den Eltern und Schülerinnen und Schülern sowie dem PhV entstehen.

Mit Blick auf die Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität von Unterricht und Schule und den sich stetig wandelnden Anforderungen von Gesellschaft und Wirtschaft sagte die Kultusministerin zu, sich mich mit aller Kraft dafür einzusetzen, dass aufgrund der demografischen Entwicklung frei werdende Ressourcen im Bildungssystem verbleiben.


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