Philologen

Gymnasien schlagen Alarm: Einstellungsversprechen nicht eingehalten; Stopp für Vertretungsverträge

Anfang Januar 2012 wurde von Bildungsministerin Doris Ahnen in der Presse die Besetzung von 550 Stellen zum Schuljahreshalbjahr in allen Schularten angekündigt. Nach den offiziellen jetzt vom Bildungsministerium mitgeteilten Zahlen wurden aber zum 1.2.2012 nur 420 Stellen tatsächlich besetzt, davon nur 104 Stellen an den Gymnasien.

02.03.2012 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)

"Dies ist ein Minus von rund 25 Prozent, und aus dem Versprechen der Bildungsministerin der schwerpunktmäßigen Versorgung der Gymnasien, da dort der Unterrichtsausfall aller allgemein bildenden Schulen am höchsten ist, ist ebenfalls nichts geworden", kommentierte der Vorsitzende des Philologenverbandes Malte Blümke die Bekanntgabe der endgültigen Zahlen zu den Einstellungen zum 1. 2. 2012.

Dabei hilft auch nicht, wenn die Zahlen jetzt "gesund gerechnet werden" und nur noch von einem Unterrichtsausfall der Pflichtstunden für die Gymnasien von 1,8 Prozent ausgegangen wird, wie aus einer neuen Erhebung vom 1.2.2012 hervorgeht. "Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen", erklärt Blümke, "denn die offizielle Statistik im Herbst bewertet die gesamte Versorgung mit allen Unterrichtsstunden, die den Schülern zustehen, während die neuen Zahlen des Ministeriums alle die Stunden aus der Statistik heraus rechnet, die Schüler freiwillig wählen können, wie zum Beispiel Angebote in Musik, Sport, Fremdsprachen und Arbeitsgemeinschaften. Auch werden Notmaßnahmen wie Klassenzusammenlegungen oder angeordnete Mehrarbeit vom Ministerium nicht berücksichtigt.

"Wir halten die jüngste Aufrechnung für extrem unseriös, "denn für uns gehören Pflicht-, Wahl- und Förderunterricht zusammen", so Blümke und unterstreicht: "Tatsache ist, dass nach wie vor an den Gymnasien in Rheinland-Pfalz pro Tag 3000 Stunden nach der offiziellen Statistik für die Schülerinnen und Schüler ausfallen. Das ist der höchste Wert seit vielen Jahren, die wenigen Einstellungen zum 1. Februar 2012 reichen höchstens für den Ersatz der im Laufe des Schuljahres ausgeschiedenen Lehrkräfte aus."

Hinzu kommt, dass seit einigen Tagen im Süden des Landes Anträge auf Vertretungsunterricht mit dem Verweis auf fehlende Geldmittel abgelehnt werden. "Dies ist völlig unverständlich, da der kürzlich verabschiedete Landeshaushalt 100 Millionen Euro für Vertretungsverträge aufweist, davon allein für die Gymnasien 16 Millionen Euro pro Jahr. "Der Stopp der Vertretungsverträge lässt den Unterrichtsausfall an den betroffenen Schulen rapide weiter ansteigen", befürchtet der Philologenverband. "Wir fordern die Landesregierung auf, nicht schon wieder wie im vergangenen Jahr ein Chaos um die Besetzung der Vertretungsverträge anzurichten und die Anträge der Schulen für Vertretungskräfte unverzüglich zu bewilligen", so Blümke abschließend.

Philologenverband Rheinland-Pfalz


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