Immer weniger Geld für Schulbücher
(bikl) Kurz bevor die didacta, Europas größte Bildungsmesse, in Hannover ihre Pforten öffnet, hat der Verband der Schulbuchverleger VdS Bildungsmedien einige für den Bildungsstandort Deutschland unangenehme Zahlen auf den Tisch gelegt.
16.02.2006 ArtikelDemnach sind nämlich die staatlichen Ausgaben für Schulbücher und Lernsoftware 2005 bundesweit von 244 Millionen Euro um 6,6 % auf nur noch 228 Millionen Euro gefallen. Den Rückzug des Staates aus der Lernmittelfinanzierung, so der Verband, glichen 2005 die Eltern mit privaten Mehrausgaben für Lehrwerke, Arbeitshefte und Lernhilfen aus.
"Die Eltern und Schüler zahlen bundesweit mehr, haben 2005 aber nur in Berlin, Hamburg und Niedersachsen einen Gegenwert in Form einer besseren Schulbuchausstattung erhalten", kritisiert der Verband und skizziert die Folgen: "Ohne neue, auf die neuen Richtlinien abgestimmte Lernmittel werden die Reformen den Unterricht nicht erreichen." Er fordert die Politik auf, den Schulen endlich die notwendigen finanziellen Ressourcen für den gewünschten Umbau des Bildungssystems zur Verfügung zu stellen oder Konsequenzen in Richtung Elternbeteiligung zu ziehen.
Auch der Umsatz mit Lernsoftware stagniere 2005 auf dem im europäischen Vergleich extrem niedrigen Niveau von 40 bis 50 Millionen Euro. Impulse, so der Verband, gab es weder im "Vormittagsmarkt" des schulischen Lernens wie im "Nachmittagsmarkt" des privaten Übens. Die Branche leidet in diesem Markt unter der fehlenden Kaufkraft der Schulen wie auch der allgemeinen Kaufzurückhaltung. Die Konsequenz sei ein Preisverfall, der die Entwicklung dieser kostenintensiven Produkte behindere.
Gleichzeitig fordert der Verband die Politik zu mehr Kontinuität bei der Durchführung der Bildungsreformen auf. Im zurückliegenden Jahr seien die Verlage wie auch die Schulen, etwa in Nordrhein-Westfalen oder in Bayern, gleich mehrfach von abrupten Kurswechseln in der Bildungspolitik hart getroffen worden.
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Pressemitteilung des VdS Bildunsgmedien
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