Impuls für musikalische Früherziehung

Die Vorsitzende der Stiftung "Singen mit Kindern", Gräfin Sonja Bernadotte, und Kultusstaatssekretärin Dr. Monika Stolz MdL haben am Mittwoch in Stuttgart eine neue Ausgabe der "Monatslieder-Kalender" präsentiert. Die von der Stiftung herausgegebene Liedersammlung soll zukünftig auch Kinder im Vorschulalter für das Singen und Musizieren begeistern. Bislang waren die insgesamt drei Liederhefte ausschließlich für Grundschülerinnen und -schüler gedacht. Das vierte ist jetzt so gestaltet worden, dass es auch im letzten Kindergartenjahr verwendet werden kann.

25.01.2006 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Die zwölf nach jahrzeitlichen Motiven ausgesuchten Lieder sollen den Nachwuchs am Übergang zwischen Kindergarten und Grundschule musikalisch begleiten. Dazu gehören traditionelle Kinderlieder wie "Schneeflöckchen, Weißröckchen" und "Wer hat die schönsten Schäfchen" – aber auch neu entstandene Kinderlieder wie "1,2,3 im Sauseschritt" und "Rummelbummel ging spazieren. Der neue "Monatslieder-Kalender" passt laut Stolz "in eine Zeit, in der sich der Kindergarten zu einem Bildungsort weiterentwickelt". Die Kultusstaatssekretärin verspricht sich von der Liedersammlung einen "zusätzlichen Impuls" für die musikalische Früherziehung. Singen und Musizieren fördere die Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit, stärke die Persönlichkeitsentwicklung und trage zur sozialen Einbindung bei. Die "Monatslieder-Kalender" hängen in 8.000 Grundschul-Klassenzimmern. Damit nutzt ein Drittel aller Grundschulklassen diese Liedersammlung als Unterrichtsmittel in der musikalischen Früherziehung.

Baden-Württemberg könne für sich in Anspruch nehmen, ein Bundesland mit einer besonders reichen und lebendigen Musiktradition zu sein. Dazu trügen Musikbünde, Musikschulen und Kirchen bei. Dennoch gebe es auch im Südwesten die Entwicklung, dass im Familienkreis immer weniger gesungen und musiziert werde. Deshalb müssten sich Kindergarten und Grundschule noch stärker als früher engagieren. "Singen und Musizieren gehören wie Lesen und Schreiben zu den grundlegenden Kulturtechniken unserer Gesellschaft", so Stolz. Im Orientierungsplan für Kindergärten habe die Landesregierung deshalb den Stellenwert der Musikerziehung für die frühkindliche Bildung hervorgehoben. Auch der Grundschul-Fächerverbund "Mensch, Natur und Kultur" räume dem aktiven Singen und Musizieren einen breiten Raum ein. Die Kultusstaatssekretärin verwies auf die vom Land mit 200.000 Euro geförderten musikalischen Dauerkooperationen von Schulen und Musikvereinen. 300 der 456 Kooperationsprojekte bestünden mit Grundschulen.

Kultusstaatssekretärin Stolz würdigte den "herausragenden Einsatz" der im Dezember 2001 gegründeten Stiftung "Singen mit Kindern", die sich mit Gräfin Sonja Bernadotte an der Spitze "in hohem Maße" um die Musikerziehung von Kindern verdient gemacht habe. Die Aktivitäten reichten von der Herausgabe der "Monatslieder-Kalender" über die Einführung von Liederpässen für die Grundschulen und die Durchführung von Festivals für singende Familien bis hin zur Ausbildung von Schülerinnen und Schülern der Fachschulen für Sozialpädagogik als "Mentoren" des Singens mit Kindern. Kongressveranstaltungen sowie eine Fülle an eigenen Materialien rundeten das Engagement der Stiftung ab. Es sei gerade auch dem persönlichen Einsatz von Gräfin Bernadotte zu verdanken, dass die Stiftung zu einem festen Partner der Grundschulen in Baden-Württemberg bei der Musikerziehung geworden sei. Die Aktivitäten der Stiftung machten bereits im benachbarten Ausland Schule.

700 französische Écoles primaires, die Deutschunterricht erteilen, würden inzwischen mit dem Monatslieder-Kalender arbeiten, verschiedene Départements im Norden Frankreichs hätten die Programme zur Ausbildung von Musikmentoren nach baden-württembergischen Vorbild eingeführt und in Italien werde derzeit eine übergreifend Singe-Stiftung eingerichtet, die sich in vielen Einzelheiten an der Stiftung "Singen mit Kindern" orientiere.


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