Inspiration aus der Schulpraxis
(bikl) Die Cornelsen Stiftung hat auf der Didacta erstmals den mit 15.000 Euro dotierten Förderpreis Zukunft Schule vergeben. Ziel ist es, den Dialog zwischen Schulpraxis und Unterrichtsforschung anzuregen und in Schulen neue Wege von engagierten Lehrerinnen und Lehrern aufzuzeigen.
22.02.2006 Artikel„Es gibt vorbildliche innovative Ideen für neue Unterrichtsmethoden aus der Praxis“, freute sich Wolf-Rüdiger Feldmann, Geschäftsführer von Cornelsen in Berlin. Und die prämierten Beispiele belegen eindrucksvoll, welch kreative Lernmethoden an Schulen bereits praktiziert werden. Die Einreichungen kamen von 166 Schulen aus Deutschland und deutschen Schulen im Ausland, selbst aus Kolumbien wurde eingereicht.
Gewinner ist die Hauptschule Würzburg-Heuchelhof mit dem Projekt „Coltan“. Was nur wenige wissen: Der Rohstoff Coltan wird vornehmlich in Afrika abgebaut, unter menschenunwürdigen Bedingungen und findet in der Weiterverarbeitung als das Metall Tantal Anwendung in elektronischen Bauteilen, etwa im Handy. Hauptschüler der Klasse M8 nahmen Kontakt zu Experten an der Universität auf, erarbeiteten Leporellos und präsentierten ihre Recherche sowohl an der Schule als auch in einer Vorführung an der Universität. Außerdem starteten die Schüler eine Partnerschaft mit einer afrikanischen Schule und setzen das Engagement bis heute fort. Mehr über das Projekt ist unter der Webseite www.hs-heuchelhof.de zu erfahren.
Der zweite Preis ging an das Gauß-Gymnasium in Hockenheim für die „Portfolio-Arbeit“. Die Schüler dokumentierten eigene Lernfortschritte in einem Portfolio, so konnten sie eigene Defizite selbst aufdecken und zielgerichteter arbeiten. Kurzum: Die Schülerinnen und Schüler entwickeln ihre Lernkompetenz selbst. Über den dritten Preis durfte sich die Gesamtschule Winterhude in Hamburg freuen, eine Reformschule, in der der 45-Minuten-Takt bereits abgeschafft wurde. Im Projekt „Stoffe des Alltags“ engagierten sich die Jahrgänge 8 bis 10 im Fächerverbund aus Physik, Chemie und Biologie. Sie experimentierten und fanden selbstständig - unter der Moderation der Lehrer -Fakten über die Zusammensetzung von Stoffen aus unserem Alltag heraus.
Ein Sonderpreis für Referendare ging an Carmen Ellermann von der Hauptschule Mannheim. In einer Schule mit hohem Anteil an Migrantenkindern gelang es Ellermann, Sprech- und Schreibanlässe zu schaffen. Mit Hilfe von Maskottchen, so genannten Buddies, nahmen die Kinder Kontakt zu Schulen in USA, Australien und Japan auf. Sie beschreiben, was diese Buddies im deutschen Mannheim zu sehen bekommen und was sie im Alltag erleben. Entsprechend lernten sie von anderen Schulen kulturspezifische Unterschiede und steigerten ihre Kommunikationsfähigkeit. Klares Statement der Schüler: We want to travel buddies longer.
Weiterführende Links
- hs-heuchelhof.de
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