Jeder dritte Schüler ausländerfeindlich
(bikl) Unter deutschen Jugendlichen sind ausländerkritische und fremdenfeindliche Vorurteile offenbar weit verbreitet, das berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung unter Berufung auf einen vertraulichen Abschlussbericht einer bundesweiten Arbeitsgruppe zur Jugendgewalt, der jetzt der Innenministerkonferenz (IMK) vorgelegt wurde.
17.04.2008 ArtikelDarin heißt es, so schreibt die Zeitung, dass fast jeder dritte deutsche Schüler "voll und ganz" der Aussage zugestimmt habe, in Deutschland gebe es zu viele Ausländer. Ein weiteres Drittel hatte angegeben, man stimme dem "eher" zu. Fast jeder fünfte Schüler lasse eine islamfeindliche Einstellung erkennen, so die Umfrage. Zudem räumte jeder 13. Schüler ein, bereits eine Straftat mit fremdenfeindlichen Hintergrund begangen zu haben. Als Beispiele nannten die Jugendliche Hakenkreuz-Schmierereien und den Angriff auf das Eigentum von Ausländern.
Der Bericht enthält erste Auswertungen einer groß angelegten Schülerbefragung von Bundesinnenministerium (BMI) und Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN).
Wie die Frankfurter Rundschau (FR-online.de) am 19.04.08 meldet, hat das Bekanntwerden vertraulicher Teilergebnisse der vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) betreuten Studie zu Empörung bei den beteiligten Wissenschaftlern geführt.
In der Meldung wird KFN-Direktor Christian Pfeiffer zitiert, der die bekannt gewordenen Darstellungen als "unseriöse Verdrehung" bezeichnete. Von den insgesamt 50.000 bundesweit geplanten Schüler-Interviews würden noch 18.000 fehlen, die "können das Ergebnis noch stark verändern."
Das Informationsleck, so Pfeiffer, gefährde jetzt den geordneten Abschluss der Untersuchung, beklagte Pfeiffer. Laut FR-online dementierte ine Sprecherin des Bundesinnenministeriums, dass im Hause von Minister Wolfgang Schäuble (CDU) die Informationslücke sei.
Weiterführende Links
- Neue Osnabrücker Zeitung
- Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen e.V.
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