Kriminalprävention: 96 Prozent aller brandenburgischen Schulen haben feste Kooperationen mit der Polizei
Eine Abfrage bei den sechs staatlichen Schulämtern und beider Polizeipräsidien des Landes Brandenburg hat ergeben, dass in den meisten Schulen Kooperationen zwischen Polizei und Schule bestehen, die überwiegend schriftlich fixiert sind. Insgesamt gibt es 949 Schulpartnerschaften - das sind 96 % aller Schulen. Im September 2002 hatten Innen- und Bildungsministerium in einem gemeinsamen Runderlass "Intensivierung der Kooperation zwischen Polizei und Schule zur Kriminalprävention bei Kindern und Jugendlichen" die Grundlage für die Partnerschaften Polizei und Schule gelegt. Schulämter und Polizeibehörden berichten, dass die Qualität der Zusammenarbeit zwischen Polizei und Schule im vergangenen Jahr erneut verbessert wurde.
24.05.2006 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg"Die Kooperation von Schule und Polizei funktioniert und wird akzeptiert. Sie ist zu einer stabilen und verlässlichen Größe in Feldern der gemeinsamen Verantwortung von der Verkehrserziehung bis zur Konfliktvorbeugung geworden. Es zahlt sich für Schulen aus, wenn sie einen Schwerpunkt auf gemeinsame Prävention setzen und nicht mit Aktionismus auf Vorfälle reagieren", sagt Bildungsminister Holger Rupprecht. "Jüngste wissenschaftliche Jugendstudien zeigen, dass brandenburgische Jugendliche verstärkt Verantwortung für sich und andere übernehmen und Gewalt immer mehr ablehnen. Für mich geht es bei der Kooperation zwischen Schule und Polizei auch darum, Schülerinnen und Schüler auf die wachsenden Gefahren aufmerksam zu machen, die von illegalen Drogen oder falschem Verhalten im Straßenverkehr ausgehen."
Inhaltliche Schwerpunkte der Kooperation zwischen Schulen und Polizei sind laut Innenminister Jörg Schönbohm die Verkehrserziehung, die Gewaltprävention sowie ein frühzeitiger und damit wirksamer Einfluss gegen den Konsum von Suchtmitteln. "Kinder und Jugendliche brauchen auf ihrem nicht leichten Weg ins Erwachsensein Orientierung und Hilfe. Die erfolgreiche Partnerschaft zwischen Schulen und Polizei in Brandenburg ist dafür ein wichtiger Beitrag", erklärt er. Die Kooperationen hätten in den vergangenen Jahren vielerorts bereits zu echten Netzwerken in der Kriminal- und auch Verkehrsprävention geführt. Schönbohm hebt dabei besonders den ständigen Informationsaustausch zwischen den benannten Ansprechpartnern von Polizei und Schulen hervor, wie er sich u.a. in der Region Eberswalde beispielhaft entwickelt habe. "Dabei erkennt man am besten die Probleme, auch die bei einzelnen Schülern. So kann man helfen, und das ist letztlich der Sinn unserer Schulpartnerschaften."
Nach übereinstimmender Auffassung beider Minister sprechen die Vielzahl von Präventionsmaßnahmen und -projekten für eine Fortführung und für den weiteren Ausbau der Kopperation zwischen den Schulen und der Polizei im Land. So erfreuen sich selbst in den weiterführenden Schulen Verkehrsprojekte wie "Junge Fahrerinnen und Fahrer" oder die von der Polizei angebotenen Pilotkampagne "Don't drug and drive" immer größerer Beliebtheit. Erfolgreiche Beispiele der Gewaltprävention sind das Medienpaket "Abseits", das Lehrermaterial "Herausforderung Gewalt" vom Programm Polizeiliche Kriminalprävention sowie die Jugendschutzausstellung "Gratwanderung" vom Brandenburger Landeskriminalamt. Vor allem Streitschlichterprogramme hinterlassen bei den Schülerinnen und Schülern eine nachhaltige Wirkung. In der Suchtmittelprävention haben sich besonders die Aufklärungsarbeit mit dem Drogenkoffer und mit der Broschüre "Clean & Cool" sowie die Fortbildung und Einbeziehung von Lehrern und Eltern bewährt.
Wie Rupprecht und Schönbohm informieren, erfährt auch in diesem Jahr besonderes Engagement in der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Polizei eine öffentliche Würdigung. Wie schon in den Jahren zuvor ist die Auszeichnung von drei besonders erfolgreichen Schulpartnerschaften durch den Landespräventionsrat geplant.
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