Kultusminister Helmut Rau tief bewegt über Solidarität mit Familien der Opfer
Kultusminister Helmut Rau MdL hat sich für die "Welle der Hilfsbereitschaft und Anteilnahme" nach dem Amoklauf an der Albertville-Realschule in Winnenden bedankt. "Ich bin tief bewegt von dem Mitgefühl, das uns aus allen Teilen des Landes erreicht. Diese Tat hat ganz Deutschland erschüttert. Wir müssen jetzt zusammenstehen, die Familien der Opfer in unsere Mitte nehmen und versuchen, das unfassbare Leid gemeinsam zu tragen."
20.03.2009 Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-WürttembergDie Schülerinnen und Schüler der Albertville-Realschule werden derzeit an insgesamt sechs Standorten in Winnenden und Umgebung psychologisch weiter betreut. Ab Mittwoch nächster Woche soll schrittweise wieder zum Unterricht zurückgekehrt werden. "Es halten alle zusammen: Schulleitungen, Lehrerkollegien, Schülerinnen und Schüler, Eltern und die gesamte Bevölkerung. Diese Solidarität hilft, gemeinsam das Unerträglich zu ertragen", sagte Rau. Der Kultusminister sprach erneut den vor Ort tätigen Psychologen, Seelsorgern, Lehrern und allen Helfern seinen Dank aus.
"Alle Betreuungskräfte leisten aufopferungsvolle Arbeit und gehen über die Grenzen ihrer eigenen Belastbarkeit hinaus." Am Mittwoch letzter Woche, dem Tag des Amoklaufs, waren sofort vier Schulpsychologinnen und Schulpsychologen der Schulpsychologischen Beratungsstelle Waiblingen, das Kriseninterventionsteam des Regierungspräsidiums Stuttgart sowie Hilfsorganisationen vor Ort. Am Donnerstag standen bereits 40 Schulpsychologinnen und Schulpsychologen mit den Helfern des DRK, der Malteser und den Notfallseelsorgern für die Betreuung der betroffenen Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern zur Verfügung. Am Freitag letzter Woche wurden alle verfügbaren baden-württembergischen schulpsychologischen Kräfte in Winnenden zusammengezogen. Durch die gleichzeitig eintreffende Unterstützung aus den Bundesländern Thüringen und Rheinland-Pfalz konnte den Betroffenen vor Ort 70 geschulte Schulpsychologinnen und Schulpsychologen zur Seite gestellt werden und ein erster Austausch der seit Mittwoch im Einsatz befindenden Psychologen erfolgen. Am Samstag trafen zehn Schulpsychologinnen und Schulpsychologen aus Nordrhein-Westfalen und zwölf aus Bayern ein. Weitere Unterstützung wird ab dem heutigen Freitag aus Hessen eintreffen. Das Nachbarland sendet ebenfalls zehn Schulpsychologinnen und Psychologen nach Baden-Württemberg. Nordrhein-Westfalen und Bayern werden weiterhin schulpsychologisches Personal zur Verfügung stellen, damit ein Austausch der Helfer erfolgen kann. Außerdem haben uns auch Fachleute zur Seite gestanden, die durch die Erfahrungen von Erfurt und Emsdetten über Wissen verfügt haben, das wesentlich dazu beigetragen hat, die Betreuung angemessen zu gestalten. Rau sagte, er habe die Unterstützungsangebote anderer Bundesländer gerne angenommen. "Das waren starke Zeichen der Solidarität, für die ich mich herzlich bedanke. Wir werden auch in nächster Zukunft weitere Unterstützung und Hilfe brauchen."
Bereits seit Donnerstag letzter Woche steht den Schulpsychologinnen und Schulpsychologen ein in Krisenintervention erfahrener Supervisor aus Bayern zur Verfügung. Die Betreuungskräfte sollen darin unterstützt werden, ihre Gedanken und Gefühle zu reflektieren und zu verarbeiten. Der ausgebildete Schulpsychologe leitet die von der Europäischen Union finanzierten Fortbildungen zur schulischen Krisenintervention. An diesen europaweiten Veranstaltungen, die in Zusammenarbeit mit amerikanischen und israelischen Psychologinnen und Psychologen erarbeitet werden, konnte er die baden-württembergischen Kolleginnen und Kollegen bereits kennen lernen.
Unterstützt wird er von einem psychologischen Schulberater am Regierungspräsidium Tübingen, der jahrelange Erfahrung in schulpsychologischer Arbeit und in der Krisenintervention besitzt. Für die weitere Arbeit werden derzeit in Krisenintervention erfahrene Supervisoren gewonnen, die auch längerfristig zur Verfügung stehen können.
Keine Kommentare vorhanden