Lehrerjob in der Wertschätzung weiter gestiegen
Lehrer sind in diesem Jahr in der Wertschätzung erneut weiter nach oben geklettert. Regelmäßig befragt das Institut für Demoskopie in Allensbach die Bevölkerung nach dem Ansehen ausgewählter Berufe. Nach Ärzten und Krankenschwestern liegen die Lehrkräfte nunmehr auf dem dritten Platz der Skala - vor Handwerkern, Hochschulprofessoren und Ingenieuren.
11.04.2011 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg"Anscheinend findet ein Umdenken in der Bevölkerung statt", freut sich Edda Langecker, stellvertretende Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, angesichts der im April neu herausgegebenen repräsentativen Berufsprestige-Skala. "Das bisweilen fälschlicherweise skizzierte Bild vom `Halbtagesjobber´ erfährt eine Generalüberholung. Lehrkräfte werden nicht nur als Pädagogen und Lernbegleiter, sondern zunehmend auch als Berater in unterschiedlichen Bereichen im Schülerleben wahr- und ernstgenommen. Damit wird dem anspruchsvoller und aufreibender gewordenen Beruf `Lehrer´ im Bild der Öffentlichkeit endlich positiv Rechnung getragen", so Langecker.
Seit 1966 ermittelt das Institut für Demoskopie in Allensbach in regelmäßigen Abständen das Ansehen ausgewählter Berufe. Von Beginn an führt unangefochten der Arztberuf in der Liste der am meisten geachteten Berufe. Der Lehrerberuf kletterte mit den Jahren im Ansehen stetig nach oben. Während man bisher jedoch bei der Untersuchung die Lehrkräfte noch nach Schularten differenzierte, wurde diesmal der Gesamtbegriff "Lehrer" bei der Befragung angegeben. Im vergangenen Jahr waren die Grundschulpädagogen als angesehenste Vertreter der Lehrergruppe auf Platz 5 gelandet.
"Mit dem Aufstieg der `Lehrer´ in ihrer Gesamtheit auf den dritten Platz freut sich der VBE über die wertschätzende Wahrnehmung in der Bevölkerung der sich deutlich verändernden Aufgaben der Pädagogen", so die stellvertretende Landesvorsitzende. Für die repräsentative Studie wurden 1 803 Personen in ganz Deutschland befragt.
Gerne wirft der VBE auch einen Blick auf das Ansehen der Politiker, gerade, weil diese - ob Bundeskanzler oder Ministerpräsident - in der Vergangenheit mit Schelte an den Lehrkräften nicht gespart haben. Das Ansehen dieser Berufsgruppe ist in den vergangenen Jahrzehnten langsam, aber kontinuierlich gesunken. In den 70-er Jahren hatten noch mehr als zwanzig Prozent der Deutschen besondere Achtung vor dem Beruf des Politikers; bis zur Jahrtausendwende lag der Anteil in der Regel zwischen zwanzig und zehn Prozent. Die sechs Prozent, die aktuell für die Politiker gemessen werden, sind Spiegelbild des Vertrauensverlustes der Bevölkerung in die Politik und deren Macher, konstatiert das Allensbacher Institut.
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