Brandenburg

Lehrkräfte, Eltern und Schüler mehrheitlich zufrieden mit ihren Schulen

Bildungsministerin Martina Münch hat heute in Potsdam eine positive Bilanz der ersten Runde der Schulvisitation im Land Brandenburg gezogen. In den vergangenen fünf Schuljahren wurden mehr als 700 Schulen in öffentlicher Trägerschaft von externen Experten unter die Lupe genommen. In 12 von 16 Qualitätsmerkmalen hätten die Schulen überwiegend durchschnittliche bis sehr gute Ergebnisse erzielt, so die Ministerin, bei vier Qualitätsmerkmalen zeigte ein größerer Teil der Schulen Schwächen. "Besonders erfreulich ist, dass sich die große Mehrzahl sowohl der Lehrkräfte als auch der Eltern, Schülerinnen und Schüler zufrieden über ihre Schulen geäußert haben", bilanziert Ministerin Münch. "Insgesamt hat sich gezeigt, dass das Instrument der Schulvisitation geeignet ist, Stärken und Schwächen der Schulen präzise zu benennen."

25.05.2011 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg

Insgesamt 24 speziell ausgebildete Schulvisitatoren haben vom Schuljahr 2005/06 bis 2009/10 landesweit 724 öffentliche Schulen besucht. Sie werteten Dokumente und Fragebögen aus, interviewten Lehrer, Schulleiter, Schüler und Eltern und führten Schul- und Unterrichtsbesuche durch. Im Bericht der externen Experten wird die Schulqualität anhand von 18 Qualitätsmerkmalen beschrieben - von denen zwei nicht bewertet werden - und es werden Bereiche mit Verbesserungsbedarf benannt. Bewertet wurden die Schulen in den Abstufungen 1 (überwiegend schwach), 2 (eher schwach), 3 (eher stark) und 4 (überwiegend stark).

Besonders gut schneiden die Schulen in folgenden Bereichen ab:

  • Die meisten Schulen im Land Brandenburg organisieren den Unterricht zweckmäßig und nutzen die Lehr- und Lernzeit intensiv.
  • Die Schulen haben in der Regel ein positives Lern- und Arbeitsklima, es herrscht ein fairer und respektvoller Umgang.
  • Viele Schulen ermöglichen eine aktive Beteiligung der Schülerinnen und Schüler und Eltern sowie externer Partner am Schulleben.
  • Die überwiegende Zahl der Schulleiterinnen und Schulleiter stärkt die Schulgemeinschaft durch eigenes Vorbild, zeigt Führungsverantwortung und fördert die Zusammenarbeit.
  • Die Schulleitungen planen den Unterricht effektiv und transparent für alle Beteiligten, bei Unterrichtsausfall greift meist eine sinnvolle Vertretungsorganisation.
  • Die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte sind zufrieden mit ihren Schulen.

Entwicklungsbedarfe gibt es in folgenden Bereichen:

  • Viele Schulen müssen die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen ihrer Schülerinnen und Schüler besser berücksichtigen und die individuelle Förderung intensivieren.
  • Eine Reihe von Schulleitungen muss die interne Qualitätsentwicklung und -sicherung ausbauen, etwa durch gegenseitige Unterrichtsbesuche von Lehrkräften.
  • Die meisten Schulen müssen ihre Schulprogramme weiterentwickeln.
  • Die Schulleitungen müssen stärker als bislang gemeinsam mit Lehrkräften, Eltern- und Schülervertretern sowie externen Partnern die Qualität des Unterrichts überprüfen und verbessern.

Bildungsministerin Martina Münch kündigt an, dass man die Ergebnisse dazu nutzen werde, die Unterrichtsqualität noch gezielter zu verbessern. "Wir werden die Schulen vor allem dabei unterstützen, die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler zu verstärken." Dazu habe man bereits erste Weichen gestellt. So wurde in diesem Schuljahr die aufsuchende Beratung eingeführt: Schulen mit besonderem Entwicklungsbedarf werden kontinuierlich über mindestens zwei Jahre von regionalen Teams begleitet. Gemeinsam mit den Lehrkräften der betroffenen Schulen und den Schulleitungen werden Konzepte, die sich aus konkreten Problemlagen der Schulen ergeben, entwickelt und umgesetzt. Zudem wurden mit den 19 Schulen, bei denen im Rahmen der Visitation erhebliche Entwicklungsbedarfe festgestellt wurden, Handlungsvereinbarungen abgeschlossen. Sie wurden bereits kurzfristig erneut evaluiert oder werden demnächst von den Schulvisitatoren besucht. Zudem wurden Fortbildungen für Lehrkräfte angepasst.

Die Schulvisitation ist 2004 entwickelt worden. Nach einer Pilotphase mit 29 Schulen im Schuljahr 2004/05 wurde die Schulvisitation im Schuljahr 2005/06 flächendeckend eingeführt. Ziel: Alle öffentlichen Schulen im Land werden binnen fünf Jahren einmal extern begutachtet. Dafür stehen jährlich rund 1,36 Millionen Euro zur Verfügung. In diesem Schuljahr beginnt der zweite Zyklus der Schulvisitation. In den kommenden fünf Jahren werden erneut alle Schulen überprüft. Für den neuen Durchgang gelten zum Teil neue Ansätze: So wird es etwa zwei zusätzliche Profilmerkmale geben, in denen die individuelle Förderung sowie die Qualität der Berufs- und Studienorientierung verstärkt überprüft wird. Zudem müssen künftig alle Schulen ihre Visitationsberichte in einer Kurzversion veröffentlichen, so Münch. "Ich verspreche mir davon mehr Transparenz und eine intensivere schulinterne Diskussion über die Ergebnisse und Konsequenzen."

Die Schulvisitation ist ein Element der Gesamtstrategie zur Verbesserung der Qualität an Schulen im Land Brandenburg. Dazu gehören u.a. auch

  • die Orientierung an den bundesweiten Bildungsstandards der KMK,
  • bundesweite Vergleichsarbeiten in den Jahrgangsstufen 3 und 8,
  • landesweite Prüfungen am Ende der Jahrgangsstufen 10 und 13,
  • die Teilnahme an nationalen und internationalen Vergleichsstudien,
  • die Förderung interner Evaluationen der Schulen sowie
  • die Entwicklung von Schulprogrammen.

Weitere Informationen gibt es im Anhang sowie im Internet unter: www.mbjs.brandenburg.de/sixcms/detail.php/lbm1.c.312765.de


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