Mehr brandenburgische Schülerinnen und Schüler sollen für Gastschulaufenthalte an polnischen Schulen gewonnen werden
Die Zahl der brandenburgischen Schülerinnen und Schüler, die ein Schuljahr an einer polnischen Schule verbringen, hat gegenüber den Vorjahren merklich zugenommen. Mit gezielter Werbung und Teilstipendien soll die Erfolgsgeschichte auch im Schuljahr 2006/07 ihre Fortsetzung finden.
10.11.2005 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg"Ein Schulbesuch im Ausland trägt zur Horizont- und Kompetenzerweiterung bei, er bietet optimale Voraussetzungen für das Erlernen einer Fremdsprache und er fördert die Selbstständigkeit der Jugendlichen", sagt Bildungsminister Holger Rupprecht. "Ein Schulbesuch im Ausland kann ein Beitrag zur Toleranzerziehung sein, weil er individuell erfahrbar macht, dass der Umgang mit Fremdem und Fremden keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung ist. Wir wollen mit dieser Maßnahme gezielt die ohnehin guten Bildungskontakte zu unserem Nachbarland ausbauen."
Mit zwei Maßnahmen hat das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport im ver-gangenen Jahr begonnen, die Zahl der brandenburgischen Schülerinnen und Schüler, die ein Schuljahr an einer polnischen Schule verbringen wollen, zu erhöhen - mit Erfolg. Ein Stipendienprogramm und eine Broschüre, in der besonders geeignete Schulen im polnischen Grenzbereich vorgestellt werden, sollen Entscheidungshilfen sein. Die Broschüre "Ein Gastschuljahr in Polen - Polnische Schulen stellen sich vor" präsentiert acht attraktive und in der Aufnahme ausländischer Gäste erfahrene Gastschulen in Polen. Die Broschüre enthält darüber hinaus wichtige organisatorische Hinweise und den exemplarischen Erfahrungsbe-richt eines Schülers, der mit vorsichtiger Skepsis nach Polen ging und begeistert zurückkam. Diese Broschüre kann auch vom Bildungsserver heruntergeladen www.bildung-brandenburg.de/bbs/inter/partner/polen/pdf/gastschuljahr.pdf oder telefonisch (0331/866-3588) angefordert werden. Beratung und Unterstüt-zung erfahren Interessenten aber auch durch den Oberstufenkoordinator an der Schule und durch die staatlichen Schulämter.
Das Bildungsministerium unterstützt unter bestimmten Voraussetzungen Gast-schulaufenthalte von brandenburgischen Schülerinnen und Schülern in Polen und anderen Ländern Mittel- und Osteuropas durch Bereitstellung von Teilstipendien - Details dazu lassen sich telefonisch gleichfalls unter 0331/866-588 erfahren. Bis zu zehn Stipendien à 1.500 Euro werden für diesen Zweck jährlich bereitgestellt. Die Bewerbungsfrist für ein Teilstipendium für das Schuljahr 2006/2007 endet am 1. März 2006.
Gezielt geworben und durch das MBJS mit Teilstipendien unterstützt, entschieden sich Anfang 2005 acht brandenburgische Schülerinnen und Schüler für ein Auslandsjahr in Polen, das sie im laufenden Schuljahr 2005/06 dort absolvieren. Die Gesamtzahl derjenigen, die derzeit einen Gastschulaufenthalt in Polen absolvieren, dürfte bei schätzungsweise 15 liegen. Mit den Unterstützungsmaßnahmen der Broschüre und der Teilstipendien versucht das Bildungsministerium diese Zahl in den kommenden Jahren zu erhöhen.
Für ein Schuljahr in Polen spricht vor allem der Vorzug der geografischen Nähe. Die Entfernungen erlauben es den Jugendlichen, schon im Vorfeld einiges in Augenschein zu nehmen und erste persönliche Absprachen zu treffen. Des Weiteren ist ein Schulaufenthalt in Polen im Vergleich zu entfernten Ländern weitaus kostengünstiger, besonders im Hinblick auf die Reise- und Lebenshaltungskosten.
Für ein Gastschuljahr in Polen sind gute Polnisch-Kenntnisse zweifellos von Vor-teil. Es gibt aber durchaus auch die Möglichkeit, mit weniger profunden Polnisch-Kenntnissen den Schulbesuch anzutreten. Weil ein Schuljahr im Ausland einigen organisatorischen und zeitlichen Vorlauf braucht, muss mit seiner Vorbereitung bereits frühzeitig in der Jahrgangsstufe 10 begonnen werden. Für Polen gilt dies insbesondere deshalb, weil es kaum vermittelnde Austauschorganisationen gibt. Hier sind, wenn auf die Dienste einer Austauschorganisation verzichtet wird, also mehr Eigenregie und -initiative, aber auch Zeit erforderlich.
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