"Mehr lesen - mehr verstehen!"

"Nach den Ergebnissen der PISA-Studien nehmen 66 Prozent der deutschen Buben außerhalb der Schule nie ein Buch zur Hand. Nur 14 Prozent der befragten Jugendlichen lesen noch regelmäßig", so Kultusminister Siegfried Schneider heute bei der Vorstellung eines neuen Konzepts zur Leseförderung an Bayerns Schulen. Zwar hätten die bayerischen Schulen im Bereich Lesekompetenz besser abgeschnitten - "Auf dem guten 6. Platz dürfen wir uns aber nicht ausruhen", unterstrich Schneider: "Lesen ist eine Kompetenz, der im Hinblick auf den schulischen Erfolg in allen Fächern zentrale Bedeutung zukommt."

24.05.2007 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Das Kultusministerium hat daher ein schulartübergreifendes Konzept zur Leseförderung entwickelt, dessen Umsetzung engagierte Partner aus dem Bibliotheks-, Verlags-, Buchhandels- und Medienbereich unterstützen. "Unser Ansatz stellt dabei eine kleine ,Revolution' dar", betonte Schneider. "War die Leseförderung bislang nahezu ausschließlich eine Domäne des Faches Deutsch, werden wir künftig weit darüber hinaus gehen." So hat die Leseforschung ergeben, dass außerunterrichtliche Faktoren die Leseförderung entscheidend beeinflussen. "Eltern, Buchhandlungen und Bibliotheken können durch ihr Vorbild bzw. durch Aktionen und Projekte ganz entscheidend dazu beitragen, die Leselust der Kinder und Jugendlichen zu steigern", unterstrich der Minister.

"Diese Initiative verlängert die zahlreichen Aktivitäten der Verlags- und Buchhandelsbranche und verleiht der Leseförderung neue Impulse an bayerischen Schulen", betonte Wolf Dieter Eggert, Vorsitzender des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels - Landesverband Bayern e.V.. Der Verband der bayerischen Verlage und Buchhandlungen unterstützt die neue Inititaive. Wolf Dieter Eggert verwies auf die wichtige Rolle des Buchhandels als kompetente Partner der Schulen in Beratung und Durchführung von Aktionen der Leseförderung.

Einige bayerische Schulen setzen das Konzept "Mehr lesen - mehr verstehen!" bereits um. An den Deutsch-Lehrkräften liegt es zunächst, die Lehrkräfte der anderen Fächer, aber auch die Eltern und die Schüler über Sinn und Verfahren des Konzepts zu informieren. In einem zweiten Schritt einigen sich die Fachlehrkräfte der einzelnen Klasen darauf, dass die Schüler in drei unterschiedlichen Fächern - neben dem Fach Deutsch - im Verlauf des Schuljahres je eine Ganzschrift verpflichtend lesen. Dabei sollen Sachbücher besonders berücksichtigt werden. Die Schüler bekommen ihre Leseerfolge in einem Lesepass bestätigt.

Zur Unterstützung der Lehrkräfte hat das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung (ISB) eine Handreichung erarbeitet, die weitere Anregungen zur Leseförderung beinhaltet. Für Schüler und Eltern stellt das Staatsinstitut derzeit Buchempfehlungslisten von Lehrkräften verschiedener Fächer zusammen, die zu Beginn des Schuljahres 2007/2008 im Internet veröffentlicht werden. "Mit diesem Konzept wollen wir die allgemeine Lesemotivation erhöhen und Leseschwächen bei bestimmten Schülergruppen verringern - insbesondere bei den Buben, aber auch bei Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund", so Schneider.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden