Minister Spaenle konkretisiert Fahrplan zur Umsetzung der Behindertenrechtekonvention in der bayerischen Bildungspolitik
Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle konkretisiert derzeit seinen Fahrplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtekonvention in der bayerischen Bildungspolitik und bekräftigt deren hohen Stellenwert: "Das Bayerische Kabinett hat am 28. Juli durch einen Grundsatzbeschluss zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtekonvention die Weichen gestellt, die Rechte von jungen Menschen mit Behinderung weiter zu stärken. Bayern ist hier auf einem guten Weg, den Grundsatzbeschluss auszuarbeiten und erforderliche rechtliche Grundlagen zu schaffen." Erst diese Woche haben sich Vertreter zahlreicher Verbände der Zivilgesellschaft mit Verantwortlichen aus dem Kultusministerium getroffen, um über die Umsetzung zu sprechen und ihre Überlegungen und Impulse einzubringen.
28.10.2009 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und KultusDer bisherige bayerische Weg, der sowohl Förderschule als auch allgemeine Schule als Förderorte für Schüler bereit hält, wird weiterentwickelt und im Rahmen der Möglichkeiten des Haushalts langfristig ausgebaut:
Dabei sind unter anderem die vier folgenden Schritte geplant:
- die Stärkung der Förderschule als Kompetenz- und Unterstützungspartner der allgemeinen Schule,
- der quantitative und qualitative Ausbau der Außen- und Kooperationsklassen,
- die strukturelle Reform der Kooperationsklassen sowie
- eine maßvolle Öffnung der Klassen an Förderschulen für Kinder ohne sonderpädagogischen Förderbedarf.
Als einen wesentlichen Schritt zur Umsetzung der UN-Konvention nennt Minister Spaenle zudem die Stärkung der Entscheidungsrechte der Eltern bei der Wahl der Schule von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen: "Um die Rechte der Eltern zu stärken, bereiten wir derzeit eine Änderung des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes vor". Spaenle fügt an: "Ich möchte Schule und Gesellschaft darin bestärken, die Vielfalt junger Menschen nicht als Bürde, sondern als Bereicherung zu erleben. Der UN-Behindertenrechtekonvention als bindender völkerrechtlicher Vertrag stellt uns vor Herausforderungen. Diese Herausforderungen begreife ich als große Chance für alle Teile der Gesellschaft." Dabei müsse das einzelne Kind im Mittelpunkt stehen; ideologische Grabenkämpfe vergangener Jahrzehnte seien fehl am Platz.
Keine Kommentare vorhanden