Missstand in der Bildung führt zu noch mehr Gleichmacherei
„Die Bildungsmissstände in manchen Ländern werden noch verschärft, indem man Realschulen zugunsten von Gemeinschaftsschulen auflöst. Der Vorwand, dadurch soziale Unterschiede auszugleichen, ist so hanebüchen wie arrogant“, so Waltraud Eder, die Bundesvorsitzende der Bundesinitiative Differenziertes Schulwesen.
31.10.2022 Bundesweit Pressemeldung Bundesinitiative Differenziertes Schulwesen e. V. BIDSSie äußert sich damit zur aktuellen Idee der Auflösung der Johann-Gutenberg-Realschule in Dortmund, um dort eine Gemeinschaftsschule zu installieren.
Eder, die selbst Realschuldirektorin und Vorstandsmitglied des Deutschen Realschullehrerverbandes ist, findet es schier unerträglich, dass hervorragende Realschulen geopfert werden, um Bildungsideologen freie Hand zu lassen. „Die Realschulen leisten eine ausgezeichnete Arbeit. Dass Eltern mit ihren Kindern an die Gemeinschaftsschulen strömen, liegt in Nordrhein-Westfalen in erster Linie an der Tatsache, dass viele Gemeinschaftsschulen ihre Türen zur Anmeldung früher öffnen dürfen als Schulen der reinen Schularten. Welche Möglichkeit einer guten Bildung hätten denn die Eltern sonst, als der Gleichmacherei zu folgen?“, möchte Eder wissen.
Durch die Abschaffung von Schularten, wären die Eltern noch mehr gezwungen, auf Einheitsschulsysteme auszuweichen, um überhaupt einen Schulplatz für ihr Kind zu sichern.
Welche Folgen diese Zusammenlegungen haben, könne man in anderen Bundesländern deutlich beobachten und damit einen Verfall von Qualität, besonders in den Abschlüssen, vorhersagen. „Was in Bundesländern, in denen das Schulsystem mit differenzierten Schularten aufgelöst wurde, passiert ist, ist schier unerträglich. Ein Vergehen an den Kindern!“, wird die Bundesvorsitzende deutlich.
Zudem kämen immer mehr Länder auf die vermeintlich gute Idee, die Lehrerausbildung zu vereinheitlichen, so wie Hamburg es gerade plant. Lehrkräfte, die ohne große Fachlichkeit und Sachwissen auf allen Niveaustufen unterrichten sollen, könnten höchstens als Lückenfüller an Schulen mit Lehrermangel arbeiten. Es brauche jedoch hoch qualifizierte und differenziert ausgebildete Lehrkräfte, so Eder.
„Was wir brauchen, ist ein Bildungssystem, das wieder auf Leistung und Qualität setzen darf und dabei die Talente der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt und sie bestmöglich fördert und auch fordert!“, schließt Waltraud Eder.
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Die unsägliche Diskussion über angebliche Einheitsschulen hilft also nicht. Die viel zu frühe Selektion jedoch, seit Jahrzehnten von der OECD angemahnt, ist Kern des Übels. Längeres gemeinsames Lernen führt zu besseren Resultaten, übrigens wissenschaftlich erwiesen, für alle Kinder. So würde man endlich Chancen für alle Kinder der Gesellschaft ermöglichen und nicht nur für Akademikerhaushslte.
Ich empfehle außerdem:
https://www.eine-schule.de/wp-content/uploads/2019/07/Wider_das_verbreitete_Halbwissen_in_Sachen_Gemeinschaftsschule.pdf
Mit freundlichen Grüßen
Christine Lindner
1. Vorstand Eine Schule für Alle in Bayern e.V.