Mit eigenen Schulbüchern lernt man besser -

Auf den ersten Blick sehen sie aus wie die Warnhinweise auf Zigarettenschachteln. Dann bemerkt der Leser, dass es sich um Schulbücher handelt, auf denen im schwarz eingerahmten Kasten ironisch gewendet freche Sprüche für den Eigenkauf von Schulbüchern werben. An rund 1.500 Standorten wollen die vier als Serie gestalteten Motive vom 24.5. bis 13.6. bei Eltern, Schülern und Auszubildenden in Hamburg und Niedersachsen zum ernsthaften Nachdenken darüber anregen, ob sie in diesem Jahr die für das kommende Schuljahr nötigen Bücher bei der Schule gegen Gebühr mieten oder kaufen.

25.05.2005 Pressemeldung Verband Bildungsmedien e. V.
  • © VDS Bildungsmedien

In beiden Bundesländern müssen sich die Eltern dieser Situation stellen - denn die Lernmittelfreiheit ist hier abgeschafft. Hinter der Aktion steht der Schulbuchverlegerverband VdS Bildungsmedien, der sich von der Kampagne auch ein Nachdenken über die desolate Schulbuchausstattung der Schulen erhofft: Über die letzten 15 Jahre wurden die Lernmittelausgaben der Länder und Kommunen bundesweit von 400 auf 250 Mio. Euro heruntergekürzt. Die Folge sind überlange Ausleihzeiten von Schulbüchern von bundesweit 9 Jahren. Mit diesen Büchern können die nach PISA eingeleiteten Bildungsreformen nicht umgesetzt werden; deshalb gehen immer mehr Bundesländer dazu über, Mietsysteme für Schulbücher einzuführen.

Die Sicherheit, mit einem aktuellen Schulbuch, mit den neuesten Normen und Richtlinien, zu arbeiten, bietet aber weder das kostenlose Ausleihbuch, noch das Mietschulbuch, sondern nur das neu gekaufte Buch. Auf diesen Umstand will der Schulbuchverlegerverband aufmerksam machen, wenn in diesen Tagen die Eltern und Schüler von den Schulen die Schulbuchlisten mit der Wahlmöglichkeit von Miete und Eigenkauf erhalten. Nicht alle, aber sehr viele Familien werden sich diesen Kauf leisten, um einen echten Gegenwert für ihr Geld zu erhalten. Hintergrundinformationen und Zahlen zur Kampagne, zur Lernmittelfreiheit und zur Rolle des Schulbuchs bei den laufenden Bildungsreformen nach PISA gibt es im Internet unter www.eigenes-schulbuch.de.

Angesichts der Tatsache, dass die Mietgebühren 30 bis 40 % des Buchneupreises betragen können, ist der Kauf schon preislich eine Überlegung wert. Zieht man die pädagogisch didaktischen Gründe für das Arbeiten mit eigenen Schulbüchern hinzu, so sprechen viele Argumente dafür, gleich die Bücher selbst zu kaufen: In diese kann man eigene Notizen und Anmerkungen machen; in diesen kann man auch nach dem Schul(halb)jahr zum Auffrischen des Lernstoffes nachschlagen; mit diesen schafft sich der Lerner seine eigene Lernbibliothek. Dass man mit eigenen Schulbüchern effektiver und lustvoller als mit alten verschlissenen Ausleihbüchern lernen kann ist bei Methodikern und Didaktikern unumstritten. Allein aus Kostengründen wurden Schulbücher in fast allen Bundesländern ausgeliehen. Durch die Abschaffung oder Änderung der Lernmittelfreiheit, die nicht nur in Hamburg und Niedersachsen durchgeführt wurde, sondern zuvor auch in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt zumindest eingeschränkt wurde und in diesem Jahr auch in Bayern und Thüringen verändert wird, bietet sich für die Eltern die Gelegenheit, die Lernmittelausstattung ihrer Kinder durch den Kauf neuer Bücher deutlich zu verbessern.

Die Kosten selbst sind gestaltbar, da auf den meisten Schulbuchlisten pro Schulbuch zwischen Miete und Kauf gewählt werden kann. Die Komplettausstattung mit neuen Schulbüchern ist von Schule zu Schule, von Schuljahr zu Schuljahr grob unterschiedlich und schwankt im Durchschnitt zwischen 50 und 215 Euro. Im Durchschnitt aller Klassen fällt in der Grundschule ein Betrag von durchschnittlich 66 Euro, in den weiterführenden Schulen von 143 Euro und in der Oberstufe von 123 Euro an (nach Berechnungen des Instituts für Bildungsmedien, Frankfurt am Main, 2002 anhand des realen Bucheinsatzes in Hamburger Schulen). Dies sind Beträge, die pro Schüler und Jahr fällig würden, stellen die meisten Familien nicht vor Probleme: Die privaten Schulbuchausgaben sind bisher in Deutschland sehr gering. Sie lagen 2003 bei rund 200 Mio. Euro. Zum Vergleich wurden im selben Jahr 564 Mio. Euro nur für die Spielsoftware der Spielkonsolen von Nintendo, Sony und Microsoft ausgegeben (20 % mehr als im Vorjahr; Angaben des Verbandes der Unterhaltungssoftware Deutschlands/VUD). Für die Geräte wurden weitere 353 Mio. Euro ausgegeben.

Pressefotos mit den Kampagnenmotiven sowie weitere Texte liegen unter www.eigenes-schulbuch.de unter "Downloads" bereit.

Ansprechpartner

Verband Bildungsmedien e. V.
Dr. Dagny Ladé
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Zeppelinallee 33
60325 Frankfurt am Main
Telefon: +49 69 98 66 97 6 - 14
Fax: +49 69 98 66 97 6 - 20
E-Mail: lade@bildungsmedien.de
Web: www.bildungsmedien.de


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