"Neudrucke spätestens zum neuen Schuljahr"

(bikl) Auf etwa 250 Millionen Euro hatte der Branchenverband der Schulbuchverlage, VdS Bildungsmedien, im Jahr 2004 die Kosten für eine komplette Rücknahme der Rechtschreibreform geschätzt. Unterdessen geht es nur noch um eine Korrektur der Reform. Die Vorschläge, vom Rat am Montag der KMK übergeben, sollen heute in diesem Gremium besiegelt werden. Was bedeutet dieses Ergebnis für die Schulbuchverlage? bildungsklick.de hat sich umgehört.

02.03.2006 Artikel
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Auch der VdS Bildungsmedien hat den Korrekturen zugestimmt. Andreas Baer, Geschäftsführer des Branchenverbandes, berichtet, dass die Verlage bereits angefangen haben, sich auf die neuen Regelungen vorzubereiten. Schließlich, so Baer „sind die beabsichtigten Änderungen schon seit einigen Monaten bekannt und sie werden jetzt sukzessive übernommen. Das sind in erster Linie die Paragraphen zur Groß- und Kleinschreibung, zur Getrennt- und Zusammenschreibung. Aber das Thema Rechtschreibreform, das haben wir jetzt auch auf der didacta in Hannover gemerkt, steht für Lehrer nicht mehr an oberster Stelle. Sie haben nicht mehr gefragt: ‚Wann kommen die neuen Bücher mit den neuen Regeln?'"

Baer geht eher von einem pragmatischen Umgang mit den Korrekturen aus: „Wenn Lehrer im Unterricht zu dem Thema arbeiten, können sie sich auch unter der Adresse www.rechtschreibrat.com die Regeln herunterladen und ansonsten trotzdem mit bestehenden Büchern weiter arbeiten."

Trotzdem ist bei den Verlagen Fleißarbeit angesagt. „Obwohl die Änderungen nur einen marginalen Teil des Sprachschatzes betreffen, bedeutet es, dass das gesamte Verlagsprogramm Korrektur gelesen wird", erklärt Irina Pächnatz, Pressesprecherin des Cornelsen Verlags. „Darauf sind wir bereits vorbereitet." Insbesondere in den Deutschbüchern und bei den Lernhilfen sollen die Änderungen zügig vorgenommen werden. „ Hier werden wir Neudrucke spätestens zum neuen Schuljahr anbieten ", so die Verlagssprecherin. „Aber insgesamt betrifft dies nur einen kleinen Teil unseres kompletten Verlagsprogramms." Für ein Segment aber sind auch marginale Veränderungen entscheidend: die Nachschlagewerke Der neue Wahrig, den Cornelsen gemeinsam mit dem Bertelsmann Lexikon Institut herausbringt, „wird unter Hochdruck erstellt und schon in wenigen Wochen erscheinen."

Das gilt natürlich auch für das Werk, das als Synonym für Rechtsschreibung steht, den Duden. „Der neue Duden erscheint am 22. 7. 2006", so der Pressesprecher des Verlags, Klaus Holoch. Klar ist: „Wir werden unsere Werke zügig anpassen." Und das gilt nicht nur fürs Nachschlagen, schließlich ist das Mannheimer Unternehmen mit dem vor eineinhalb Jahren gegründeten Duden Paetec Verlag in die Riege der Schulbuchverlage eingestiegen. Holoch: „Das, was in Schulen verlangt wird, werden wir abbilden."

Ähnlich auch die Stellungnahme aus dem Ernst Klett Verlag in Stuttgart, Geschäftsführer Karl Slipek:"Selbstverständlich werden wir in allen Schulformen und in allen Fächern die vom Rat für deutsche Rechtschreibung vorgeschlagenen Änderungen Zug um Zug in unseren Produkten umsetzen. Diese Umsetzung erfordert erhebliche Finanzmittel, die die Verlage aufbringen müssen. Nichtsdestotrotz ist der Ernst Klett Verlag froh, wenn dieses Thema endlich zum Abschluss gebracht wird."

Die Beschlussfassung zur Rechtschreibreform steht heute Nachmittag auf der Tagesordnung der KMK. Auch wenn Gegner der Reform sich immer wieder zu Wort melden: Ab heute geht es für Schulen und Verlage um die Rechtschreibung und nicht mehr um die Diskussion über die Reform.

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Themen Special Rechtschreibreform


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