Baden-Württemberg

Nicht schon heute den Lehrermangel von morgen programmieren

Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Hochschulstudium haben in dieser Woche in Baden-Württemberg die Referendare den Vorbereitungsdienst in den Ausbildungsschulen sowie an den Staatlichen Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung begonnen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg hat große Sorge, ob die meisten dieser jungen Lehrer nach dem erfolgreich abgelegten zweiten Staatsexamen dann auch wirklich einen Platz im Schuldienst des Landes finden.

07.02.2011 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Kein Abschluss ohne Anschluss gilt für Schüler in Baden-Württemberg. "Dieses Motto sollte eigentlich auch für alle guten Referendare Gültigkeit ha­ben", unter­streicht VBE-Landeschef Gerhard Brand (Alfdorf) und sieht zurzeit noch zu vie­le dunkle Wolken für die Pädagogen, die nach dem Vorbereitungsdienst auf jed­en Fall in die Arbeitslosigkeit entlassen werden, um dann nach den Sommerfe­rien vielleicht als Lehrer an die Schulen zurückkehren zu dürfen. Bei den letzten Durchgängen erlebten viele der fertig ausgebildeten Grund-, Haupt-, Real- und Sonderschullehrkräfte eine herbe Enttäuschung. Ihnen war nach der Prüfung die Schultür vor der Nase zugeschlagen worden - trotz eines guten Staatsexamens.

Viele dieser qualifizierten Pädagogen fanden vor allem im Grund- und Haupt­schulbereich keine Anstellung im Schuldienst des Landes Baden-Württemberg, obwohl gleichzeitig über die Landesgrenze hinweg mit großen Werbekampag­nen für den Lehrerberuf geworben worden war ("Sehr guten Morgen, Frau Lehrerin") - aber eben nicht für jede Schulart und nicht für jedes Unterrichts­fach. Nach über fünfjähriger Ausbildung standen viel zu viele junge Pädagogen vor einem beruflichen Scherbenhaufen. Sie wurden nicht übernommen, obwohl für alle spürbar Lehrer an den Schulen fehlten und noch immer fehlen, was an­gesichts immer noch zu voller Klassen und häufigen Unterrichtsausfalls auch von Eltern nicht mehr so klaglos hingenommenen wird.

"Für mehr Ganztagesschulen, für ausreichende Krankheitsvertretungen, für kleinere Klassen und Fördergruppen und für eine an der Zukunft ausgerichteten Schulentwicklung benötigen die Schulen deutlich mehr und nicht weniger Leh­rerstundenzuweisungen und somit mehr Pädagogen", fordert Brand und spricht sich für eine Verstetigung der Lehrereinstellung aus, um nicht schon heute den Lehrermangel von morgen zu programmieren.


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