NRW sackt bei Pisa- Bundesländervergleich weiter ab - Bankrotterklärung für rot- grüne Bildungspolitik

Die heute in Berlin veröffentlichten Ergebnisse von Pisa- E für Nordrhein- Westfalen sind niederschmetternd. Das weitere Absacken unseres Bundeslandes ist ein Zeichen einer verfehlten Bildungspolitik der vergangenen Jahrzehnte.

14.07.2005 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Schulministerin Barbara Sommer: "Ich bedauere das schlechte Abschneiden im Interesse unserer Kinder und Jugendlichen tief und hätte mir gewünscht, dass die harte Arbeit unserer Lehrkräfte in den Schulen zu einem besseren Ergebnis geführt hätte. Um von den hinteren Rangplätzen bei Pisa wegzukommen, müssen wir eine grundlegende Schulreform durchführen. Wichtigstes Ziel ist dabei, dass wieder ein verlässlicher Unterricht in den Schulen sichergestellt ist. Ein erster Schritt ist bereits getan: In seiner Regierungserklärung hat der Ministerpräsident angekündigt, kurzfristig 1.000 zusätzliche Lehrerstellen zu schaffen. Diese Aussagen sind für mich Richtschnur und Verpflichtung." Für die Schulministerin sind insbesondere die Ergebnisse im Hinblick auf die Herstellung von Chancengleichheit nicht hinnehmbar. "Es darf nicht so bleiben, dass die Abhängigkeit der Leistung von der sozialen Herkunft so hoch ist wie in keinem anderen Bundesland. Diesen Verstoß gegen das Prinzip der Bildungsgerechtigkeit können wir nicht hinnehmen."

Zudem liegt NRW in den zentralen Kompetenzbereichen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften mehr als deutlich unter dem OECD- Durchschnitt. Auch im Leistungsvergleich der Länder belegt NRW konstant nur die hinteren Plätze 12 bis 14. Zu den Spitzenreitern Bayern, Baden- Württemberg, Sachsen und Thüringen, die mittlerweile Anschluss gefunden haben, besteht ein erheblicher Abstand. Der Rückstand auf Bayern beträgt rund ein Schuljahr Lernzeit.

Auch wenn man den Migrationshintergrund und die soziale Herkunft der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt, haben sich die Werte für NRW nur unwesentlich verbessert. Besonders bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass NRW zum zweiten Mal ein besonders schlechtes Ergebnis bei der Abhängigkeit der Leistung von der sozialen Herkunft zu verzeichnen hat. Nur Bremen hat hier noch schlechtere Werte. Wenn man die Leistungsverteilung bzw. -entwicklung über die Ländergrenzen hinweg in den Blick nimmt, fallen ein Süd- Nord- Gefälle sowie erhebliche Zuwachsraten der ostdeutschen Länder mit Ausnahme von Mecklenburg- Vorpommern auf. Die unionsgeführten Länder schnitten damit- insbesondere, wenn sie schon länger von CDU und CSU regiert werden- deutlich besser ab als die von der SPD geführten Länder. Für NRW ist sogar festzustellen, dass bei der Lesekompetenz gegenüber dem ersten Pisa- Test keinerlei Zuwachs zu verzeichnen ist und nur geringe Zuwächse bei Mathematik und den Naturwissenschaften festzustellen sind. Demgegenüber konnten sich die meisten anderen Länder verbessern.

Ministerin Sommer: "Mein Glückwunsch gilt den besonders erfolgreichen Ländern wie Bayern, Sachsen und Thüringen, die es besser als wir geschafft haben, gute Schülerleistungen in der Breite mit einer effektiven Förderung im unteren Leistungsbereich und der Reduzierung der Abhängigkeit der Leistung von der sozialen Herkunft zu verbinden. Wir werden in NRW die guten Erfahrungen anderer nutzen, dabei aber unseren eigenen Weg gehen, um zu den Spitzenländern in Deutschland- aber auch international- aufzuschließen. Wir wissen, dass dies ein langwieriger Weg sein wird, für den wir- wie bei der Sanierung der Staatsfinanzen in NRW- mehr als eine Legislaturperiode brauchen."

In der Koalitionsvereinbarung hat die neue Koalition die richtigen Weichen für die notwendige Aufholjagd gestellt. Wir haben uns auf Leitprinzipien für die Gestaltung des Bildungswesens wie Leistung und Wettbewerb, Fordern und Fördern, Selbstverantwortung und Rechenschaftslegung, Erziehung und Verantwortung verständigt. Sie verbessern gezielt an sensiblen Punkten wie bei der Sicherung der Unterrichtsversorgung die Rahmenbedingungen und bringen zusätzlich 4.000 Lehrkräfte in die Schulen. Als Sofortprogramm werden entsprechend der Ankündigung des Ministerpräsidenten 1.000 neue Lehrerstellen bereitgestellt und die Mittel für den Vertretungsunterricht um 20 Millionen Euro aufgestockt. Dies könnten Beschäftigungschancen für ca. 1.000 arbeitslose Lehrer bedeuten. Die zusätzlichen Lehrerstellen sollen bedarfsgerecht zur Beseitigung des von der früheren Landesregierung sehenden Auges in Kauf genommenen Lehrermangels geschaffen werden, um wieder einen verlässlichen Unterricht zu erreichen.


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