Philologenverband

Philologenverband setzt sich für eine stärkere Verantwortungsethik in der Gesellschaft ein!

Anlässlich des morgigen zehnten Jahrestags des Amoklaufs von Erfurt, bei dem 17 Menschen zu Tode kamen, appellierte der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, an alle gesellschaftlichen Kräfte, zur Entwicklung einer umfassenden Verantwortungsethik, die den Mitmenschen immer im Auge behält und sich um ihn sorgt, einen eigenen Beitrag zu leisten.

25.04.2012 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)

Für die Schulen nahm der Verbandschef in Anspruch, dass hier in den letzten zehn Jahren viel getan worden sei, um eine "Kultur des Hinsehens und Hinhörens für den Anderen" zu entwickeln. "Wir müssen alle in der Schule Tätigen stärker dafür sensibilisieren, auf Warnsignale zu achten, wenn sich beispielsweise Einzelne in sich zurückziehen und in ihrer Abschottung Gewaltphantasien entwickeln!", sagte Meidinger in Berlin. Zwar gewähre auch das beste Schulklima keine Garantie gegen solche Vorfälle, aber es könne zur Prävention beitragen.

Mit Blick auf einzelne Wortmeldungen, warnte der Verbandsvorsitzende davor, das Gedenken an die Opfer für eigene schulpolitische Ziele zu instrumentalisieren. Kein Schulsystem bietet einen Schutz vor solchen Terroraktionen, das musste selbst Finnland in den letzten Jahren zweimal schmerzlich erleben.

Konkret erneuerte Meidinger die Forderung seines Verbandes, jede weiterführende Schule in Deutschland mit einer Stelle für einen Schulpsychologen auszustatten. Enttäuscht zeigte er sich, dass es trotz der bitteren Erfahrungen in Erfurt und Winnenden dem Gesetzgeber nicht gelungen sei, den häuslichen Besitz großkalibriger Waffen im Sportschützenbereich wirksam einzuschränken.


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