Bayern

Quellen lassen authentisch den Diktator Hitler und seinen ideologischen Wahnsinn erkennen

Die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit plant auch in Zusammenarbeit mit Historiker und Pädagogen, eine historisch-didaktische Arbeitshilfe zu Hitlers Pamphlet "Mein Kampf" herauszugeben.

27.04.2012 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Die Arbeitshilfe soll auch Auszüge der im Dritten Reich weit verbreiteten "Volksausgabe" von "Mein Kampf", dem Machwerk Hitlers, enthalten. Diese soll erscheinen, bevor der Freistaat Bayern im Jahr 2016 die Urheberrechte auf die Erzeugnisse des ehemaligen Eher-Verlages, des ehemaligen offiziellen Verlages der NSDAP, verliert. Ab dann könnten die NS-Propagandaschriften auch von kommerziellen Verlagen frei publiziert werden. Zeitgleich arbeitet das Institut für Zeitgeschichte an einer historisch-kritischen Gesamtausgabe von "Mein Kampf". Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, selbst promovierter Landeshistoriker, nimmt zu dem Vorhaben der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Stellung:

  1. Geschichtliche Quellen sind die einzige solide Grundlage, um sich über Gedanken und Ereignisse ein detailliertes objektives Bild machen zu können. Wir können den Quellen nicht ausweichen.
  2. Gerade im Falle der menschenverachtenden Ideologie des Diktators Hitler und seinen wirren, rechtsextremistischen und antisemitischen Grundüberlegungen ist eine intensive Auseinandersetzung mit Originalquellen auch im Unterricht (entsprechend des Lehrplans), aber auch in der historisch-politischen Bildung hilfreich und fördert den Lehr- und Lernprozess.
  3. Wichtig ist dabei, dass die historischen Quellen und die damit verbundenen Inhalte historisch richtig sowie pädagogisch und didaktisch geeignet präsentiert werden.
  4. Zu diesem Zweck werden bei der Umsetzung des Vorhabens Experten der Geschichtswissenschaft und der schulischen und außerschulischen Bildungspraxis hinzugezogen.
  5. Originalquellen spielen im Geschichtsunterricht wie in der historisch-politischen Bildung von jeher eine zentrale Rolle.
  6. Die Debatte über die Nutzung von Quellen ist auch im Zusammenhang mit der Konzeption der NS-Dokumentationszentren in Nürnberg und München entsprechend geführt worden.
  7. Der Zentralrat der Juden in Deutschland hat die Überlegungen, eine solche Arbeitshilfe zu der Hetzschrift Adolf Hitlers herauszugeben, begrüßt. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann, hat betont: "Ich glaube, es ist ein guter Beitrag, um Verantwortung zu zeigen, und ich glaube, der Freistaat Bayern verdient hier unsere Unterstützung."
  8. Der Bayerische Philologenverband hat die Planungen nachdrücklich begrüßt.

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