"Schul-Wirrwarr" in Deutschland

(bikl) Das deutsche Schulsystem sollte umgestaltet und vereinfacht werden. Das empfahl gestern der für die Lehrerbildung in Deutschland zuständige Experte der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Mats Ekholm, auf dem "Tag der Bildung" der GEW Rheinland-Pfalz. Er sprach dabei von einem "Schul-Wirrwarr" in Deutschland.

13.12.2006 Artikel

Ekholm wies am Beispiel der schwedischen Schulen nach, dass Schülerinnen und Schüler in Ländern, deren Schulsysteme einen hohen Grad an Integration und Selbstständigkeit aufweisen, deutlich bessere schulische Ergebnisse erzielen als solche in Ländern mit früher und strenger Selektion. Er hält die Entwicklung "demokratischer Arbeitsmethoden", die den Lernenden mehr bestimmenden Einfluss auf Form und Inhalt ihrer Ausbildung ermöglichen, in den Schulen der Zukunft für dringend geboten.

"Das gegliederte Bildungssystem beschränkt die Zugangsrechte für Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe", betonte der GEW-Landesvorsitzende Tilman Boehlkau. Er forderte die Landesregierung auf, die demographische Entwicklung zu nutzen, um mittelfristig ein flächendeckendes Angebot an integrativen Schulen einzurichten. Auch ein zweigliedriges Schulsystem, so Boehlkau, könne diesen Ansprüchen nicht gerecht werden und sei kein Fortschritt.


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