GEW Hessen

Schule: Zentral verwaltet oder regional gestaltet?

"Das Schauspiel, das uns da gestern im Landtag geboten wurde, bringt alles in allem viel heiße Luft und zudem zweierlei Erkenntnisse", erklärte der Vorsitzende der GEW Hessen, Jochen Nagel.

07.10.2011 Pressemeldung GEW Hessen

"So ist zum einen nun klar, dass man ob der offensichtlichen koalitions- ja sogar parteiinternen Intrigen, froh sein kann, dass zumindest die amtierende Kultusministerin sich nicht in so abstruse Behauptungen hineinsteigert, durch mehr Zentralismus könne etwa mehr Bürgernähe erreicht werden. Offenkundig hat Frau Henzler für die spezifischen Belange des Schulbereichs eine höhere Kompetenz als der stellvertretende Fraktionsvorsitzende ihrer Partei."

"Zum anderen wird deutlich, dass Teile der Koalition die Schulämter zu so genannten Beratungszentren ohne eigene Entscheidungsbefugnisse umbauen wollen. Würde dies Realität, würden die Schulämter in ihren Verwaltungsaufgaben durch Zentralisierung aus den demokratischen Strukturen einer Region herausgelöst. Die regionale Koordination der Entwicklung der Schulen, eine regional bezogene Personalführung und damit auch die Vermeidung unproduktiver Konkurrenz zwischen den Schulen bliebe mit Sicherheit auf der Strecke. Auch würden Probleme an Schulen nicht mehr schnell und adäquat gelöst werden können, sondern müssten stets den Umweg über ein Zentralamt, wo man die Situation vor Ort nicht kennt und nur abstrakt entscheiden kann, gehen", so Nagel weiter. "Fakt ist und bleibt deshalb: Für die bestmögliche gemeinsame Weiterentwicklung der Schulen in einer Region brauchen wir regionale Staatliche Schulämter, die auch eigenständig entscheidungsbefugt sind".

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