Sexualkunde: Jungs lernen's in der Schule
(bikl) Der Schulunterricht ist für Jungen die meistgenannte, für Mädchen die zweithäufigst angeführte Quelle für Kenntnisse über Sexualität. Das ergab die aktuelle Studie zur Jugendsexualität der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
03.11.2006 ArtikelÜberdurchschnittlich wichtig sind Lehrerinnen und Lehrer besonders für die Jugendlichen, bei denen die Eltern nur begrenzt Ansprechpartner sind.
Angleichung Ost und West
2005, so die Studie, sei endgültig die Parität zwischen West- und Ostdeutschland hinsichtlich der Sexualerziehung an Schulen erreicht. Noch 1996 kam nur etwa die Hälfte der ostdeutschen Jugendlichen über die Schulen mit Sexualerziehungsthemen in Berührung. Heute sind es gleichermaßen neun von zehn der Mädchen und Jungen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren.
Seit 25 Jahren analysiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Einstellungen und Verhaltensweisen von Jugendlichen zu Aufklärung, Sexualität und Verhütung. Die in der ersten Studie 1980 befragten jungen Menschen sind mittlerweile die Elterngeneration der heutigen Jugend. Die neueste Befragung - durchgeführt in 2005 - ist die Sechste ihrer Art. Befragt wurde auch diesmal eine große Stichprobe von 2.497 Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren sowie deren Eltern.
Eltern sind Vertrauenspersonen
1980 - so zeigt die Studie - wurde nicht einmal die Hälfte der Jungen zu Hause aufgeklärt und wenn, dann reichte es bei jedem 4. Jungen nur zu einem einmaligen Gespräch. Damals konnten außerdem 35 Prozent der Jungen keine Vertrauensperson in sexuellen Fragen benennen. Von 1980 bis heute ist jedoch hinsichtlich der Aufklärungsbemühungen der Eltern ein stetiger Anstieg der ursprünglich benachteiligten Jungen gegenüber den Mädchen zu beobachten. In 2005 wurden 65 Prozent der Jungen und 75 Prozent der Mädchen von den Eltern selbst aufgeklärt. Eltern sind heute auch Vertrauenspersonen in sexuellen Fragen. Jungen nennen sie zu 54 Prozent (1980: 28 Prozent), bei Mädchen liegt die Zahl bei 64 Prozent (1980: 44 Prozent).
Studie Jugendsexualität 2006 (pdf)
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