Wie fair finden Kinder und Eltern die Schulempfehlungen?
Ein Forschungsprojekt des Exzellenzclusters „The Politics of Inequality“ an der Universität Konstanz untersucht, ob Schüler*innen die (frühe) Aufteilung auf unterschiedliche Schulformen als fair empfinden – dieser Fokus auf die Perspektive der Schüler*innen selbst ist neu.
03.04.2024 Bundesweit Pressemeldung Universität KonstanzWenn einmal im Jahr die Schulempfehlungen anstehen, herrscht in vielen Haushalten in Deutschland angespannte Stimmung. Bereits Grundschüler*innen kennen den Begriff „Gymnasialempfehlung“ und viele fürchten ihn. Doch wie empfinden sie eigentlich ihre eigene Empfehlung für die weiterführende Schule? Betrachten sie diese als gerechtfertigt oder fühlen sie sich unfair behandelt? Und was sagen die Eltern zu den Schulempfehlungen ihrer Kinder?
Auf diese – und viele andere – Fragen will das Projekt „Students' Perceptions of Inequality and Fairness (PerFair)“ des Exzellenzclusters „The Politics of Inequality“ an der Universität Konstanz Antworten finden. Rund 3.000 Siebtklässler*innen wurden hierzu befragt. In der neuesten Ausgabe des frei verfügbaren In_equality magazins berichten Claudia Diehl, Professorin für Mikrosoziologie, und Thomas Hinz, Professor für empirische Sozialforschung, von ihren ersten Ergebnissen. Anders als die häufig hitzig geführten Debatten in der Öffentlichkeit vermuten lassen würden, finden die meisten Schüler*innen die Aufteilung auf unterschiedliche Schulformen grundsätzlich fair. Ihre Eltern sehen das zwar etwas kritischer, insgesamt betrachten sie die Empfehlungen, die ihre eigenen Kinder bekommen, aber als gerecht. Unzufrieden mit ihrer Position im Bildungssystem sind vor allem Kinder mit Migrationsgeschichte.
(Un)gleiche Chancen
Der Exzellenzcluster „The Politics of Inequality“ befasst sich in mehreren Forschungsprojekten mit Bildungsungleichheiten: Wie werden deren Ausmaß und Ursachen wahrgenommen? Welche Folgen haben sie für die Akzeptanz des Bildungssystems und die Bereitschaft, etwas zu verändern? Welche Rolle spielt Bildungsungleichheit für politische Einstellungen und Partizipation? Die sechste Ausgabe des In_equality Magazins „(Un)gleiche Chancen“ ist den verschiedenen Aspekten sozialer Ungleichheit gewidmet: soziale Mobilität, Meritokratie, Bildung und Aufstiegsversprechen.
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