"SPD übergeht bei Hauptschulfrage Mehrheit der Bürger und ihrer eigenen Anhänger"
"Mit ihrem Vorschlag, die Hauptschule abzuschaffen, übergeht die SPD den Mehrheitswillen der Bürgerinnen und Bürger. Selbst bei ihren eigenen Anhänger hat sie dafür keine Unterstützung." Kultusminister Siegfried Schneider weist im Zusammenhang mit dieser Aussage auf die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Instituts Allensbach, die in der FAZ-Sonntagszeitung Ende August veröffentlicht worden war. Nur 29 Prozent der Befragten hatte den Vorschlag, die Hauptschule abzuschaffen, als "guten Vorschlag" bewertet, unter den Anhängern der SPD waren es sogar nur 28 Prozent. Vor kurzem hatte eine FORSA-Umfrage ähnliche Ergebnisse zu Tage gefördert. Darin hatten mehr als zwei Drittel der Befragten eine stärkere Unterstützung der Hauptschule durch Politik und Gesellschaft gefordert und lehnen die Abschaffung der Hauptschule ab.
02.09.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und KultusFür Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider ist der Vorschlag des SPD-Bildungsprogramms darüber hinaus realitätsfern. Es sei sehr leicht, die Hauptschule nominell abzuschaffen, allerdings sei in der Konzeption der SPD völlig unklar, wie die Schüler, die gegenwärtig die Hauptschule besuchen, künftig ihren Talenten gemäß gefördert werden sollen und können.
"Es muss nämlich gelingen", so Bayerns Kultusminister weiter, " eine qualitativ hochwertige Förderung von praktisch begabten jungen Menschen sicherzustellen. Dies schafft die Hauptschule in Bayern", bilanziert der bayerische Minister, selbst Grund- und Hauptschullehrer. Diese wird gegenwärtig von einem Drittel eines Jahrgangs der Schüler in Bayern besucht.
Kultusminister Schneider setzt in Bayern auf eine Weiterentwicklung der Hauptschule zu einer berufsorientierten weiterführenden Schule und forciert den Ausbau der Ganztagsklassen an Hauptschulstandorten nachdrücklich. An einem Drittel der Hauptschulstandorte gibt es in Bayern im Schuljahr 2008/2009 Ganztagsklassen, an mehr als der Hälfte der Hauptschulen außerdem offene Ganztagsangebote.
Verantwortliche der bayerischen Wirtschaft hatten Minister Schneider bei seiner Hauptschulinitiative unterstützt. Sie hatten erst jüngst wieder gut ausgebildete Hauptschüler als unverzichtbar bezeichnet. Auch die PISA-Studie hatte den bayerischen Hauptschülern höhere Kompetenzen bescheinigt als Schülern der Integrierten Gesamtschulen in Berlin und Brandenburg.
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