Stipendien und Infobroschüre sollen mehr brandenburgische Schülerinnen und Schüler für Gastschulaufenthalte an polnischen Schulen werben
15.000 Euro Stipendien stehen bereit; Broschüre stellt besonders geeignete Schulen vor und gibt organisatorische Tipps
07.11.2004 Brandenburg Pressemeldung Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes BrandenburgMit zwei gezielten Maßnahmen will das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport die Zahl der brandenburgischen Schülerinnen und Schüler, die ein Schuljahr an einer polnischen Schule verbringen wollen, erhöhen. Ein Stipendienprogramm und eine Broschüre, in der besonders geeignete Schulen im polnischen Grenzbereich vorgestellt werden, sollen Entscheidungshilfen sein.
"Ein Schulbesuch im Ausland trägt zur Horizont- und Kompetenzerweiterung bei, er bietet optimale Voraussetzungen für das Erlernen einer Fremdsprache und er fördert die Selbstständigkeit der Jugendlichen", sagt Bildungsminister Holger Rupprecht. "Ein Schulbesuch im Ausland kann ein Beitrag zur Toleranzerziehung sein, weil er individuell erfahrbar macht, dass der Umgang mit Fremdem und Fremden keine Bedrohung, sondern eine Bereicherung ist. Wir wollen mit dieser Maßnahme gezielt die ohnehin guten Bildungskontakte mit unserem Nachbarland ausbauen."
Zur Erleichterung der Planung eines Gastschulaufenthalts in Polen hat das Minis-terium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg unter dem Titel 2Ein Gastschuljahr in Polen - Polnische Schulen stellen sich vor" eine Broschüre mit neun attraktiven und in der Aufnahme ausländischer Gäste erfahrenen Gast-schulen in Polen herausgegeben. Die Broschüre enthält darüber hinaus wichtige organisatorische Hinweise und den exemplarischen Erfahrungsbericht eines Schü-lers, der mit vorsichtiger Skepsis nach Polen ging und begeistert zurückkam. Diese Broschüre kann vom Bildungsserver heruntergeladen oder telefonisch (0331/866-3588) angefordert werden. Beratung und Unterstützung erfahren Interessenten aber auch durch den Oberstufenkoordinator an der Schule und durch die staatlichen Schulämter.
Das Bildungsministerium unterstützt unter bestimmten Voraussetzungen Gastschulaufenthalte von brandenburgischen Schülerinnen und Schülern in Polen und anderen Ländern Mittel- und Osteuropas durch Bereitstellung von Teilstipendien. Zehn Stipendien à 1.500 Euro werden bereitgestellt. Die Bewerbungsfrist für ein Teilstipendium für das Schuljahr 2005/2006 endet am 31. Januar 2005.
Nach wie vor sind die USA, Frankreich oder Australien die "Klassiker" für ein Gastschuljahr. So verbrachten im Schuljahr 2003/2004 im Schulamtsbereich Cott-bus 29 von insgesamt 37 Schülerinnen und Schüler (die 2003/2004 insgesamt einen Auslandsaufenthalt absolvierten), im Schulamtsbereich Frankfurt (Oder) 82 von insgesamt 109, im Bereich des Staatlichen Schulamtes Brandenburg 62 von 106 ihre Gastschulaufenthalte in den USA. In der Regel wird ein Auslandsaufenthalt in der Jahrgangsstufe 11 durchgeführt.
Für ein Schuljahr in Polen spricht vor allem der Vorzug der geografischen Nähe. Wer hat schon die Möglichkeit, z.B. bei einem Auslandsjahr in den USA, vor dem Beginn des Aufenthaltes seine zukünftige Schule oder seine Gasteltern kennen zu lernen? Die Entfernungen erlauben es den Jugendlichen, schon im Vorfeld einiges in Augenschein zu nehmen und erste persönliche Absprachen zu treffen. Das erleichtert den Start in das bevorstehende Schuljahr - im anderen Land am anderen Ort - erheblich. Auch die Eltern haben die Möglichkeit, Gastschule und Gastel-tern *unter die Lupe zu nehmen". Des Weiteren ist ein Schulaufenthalt in Polen im Vergleich zu entfernten Ländern weitaus kostengünstiger, dies gilt besonders im Hinblick auf die Reise- und Lebenshaltungskosten.
Für ein Gastschuljahr in Polen sind gute Polnisch-Kenntnisse zweifellos von Vor-teil. Es gibt aber durchaus auch die Möglichkeit, mit weniger profunden Polnisch-Kenntnissen den Schulbesuch anzutreten. Weil ein Schuljahr im Ausland einigen organisatorischen und zeitlichen Vorlauf braucht, muss mit seiner Vorbereitung bereits frühzeitig in der Jahrgangsstufe 10 begonnen werden. Für Polen gilt dies insbesondere deshalb, weil es kaum vermittelnde Austauschorganisationen gibt. Hier sind, wenn auf die Dienste einer Austauschorganisation verzichtet wird, also mehr Eigenregie und -initiative, aber auch Zeit erforderlich:
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