Streit um Bundeszentralabitur ist überflüssig!
Als überflüssig und wenig hilfreich auf dem Weg zu besserer Bildungsqualität in Deutschland hat der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, den Streit in der Kultusministerkonferenz um die Einführung eines Bundeszentralabiturs bezeichnet. "Die ärgerliche Tatsache, dass die Qualität des Abiturs in den Bundesländern differiert, wird nicht durch die Einführung eines Bundeszentralabiturs beseitigt. Die Grundvoraussetzung für mehr Vergleichbarkeit bei den Abituranforderungen wäre ein ehrliches Bestreben derjenigen Bundesländer mit reduzierten Abiturmaßstäben, ihre Leistungsanforderungen über einen längeren Zeitraum systematisch zu erhöhen. Als Maßstab können dabei die Anforderungen von Bayern, Sachsen und Baden-Württemberg gelten. Die Bereitschaft dazu kann ich allerdings derzeit nicht überall erkennen! Das Pferd jetzt von hinten aufzuzäumen, ist wenig sinnvoll!", betonte Meidinger.
17.10.2007 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)Der DPhV-Vorsitzende verwies darauf, dass einheitliche Prüfungsaufgaben nicht gleichzeitig bedeuteten, dass diese Arbeiten auch einheitlich bewertet würden. Man habe leider in der Vergangenheit oft genug die Erfahrung machen müssen, dass in verschiedenen Bundesländern sehr unterschiedliche Leistungsmaßstäbe bei der Bewertung von Arbeiten angelegt worden seien.
Große Sympathie hegt der Verbandsvorsitzende für den Vorschlag, für das Abitur eigene Bildungsstandards in Mathematik, Deutsch, den Fremdsprachen und den Naturwissenschaften zu erarbeiten, da die jetzigen Vorschriften für einheitliche Prüfungsanforderungen beim Abitur (EPA) den modernen Anforderungen an die Beschreibung von Kompetenzstufen in keiner Weise genügten. "Das muss alles viel präziser und differenzierter definiert werden!", sagte Meidinger.
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