Strengere Noten – bessere Schüler?
(bikl/idw) Die geplante Aufhebung des Drittelerlasses in Nordrhein-Westfalen sei ein richtiger Schritt, erklärte Prof. Dr. Michael Knorrenschild von der Fachhochschule Bochum heute. Im Drittelerlass ist bisher geregelt, dass Klassenarbeiten, in denen mehr als ein Drittel der Schülerinnen und Schüler kein ausreichendes Ergebnis erzielen, vor der Schulleitung gerechtfertigt werden müssen.
05.12.2005 ArtikelSchulministerin Barbara Sommer hatte letzte Woche die Abschaffung dieses Erlasses in die Wege geleitet. "Wir stimmen der Ministerin zu, wenn sie sagt, dass dieser Erlass dazu führt, dass schlechte Klassenarbeiten allzu wohlwollend benotet werden", so der FH-Professor, der zugleich Vorsitzender des Arbeitskreis Ingenieurmathematik an Fachhochschulen in NRW ist.
Der Arbeitskreis beklagt nämlich, dass die Vorkenntnisse der Erstsemester auf niedrigem Niveau stagnierten. Eine der Ursachen sei die allzu wohlwollende Notengebung in der Schule. Diese gaukele einen Kenntnisstand vor, der real nicht vorhanden sei. Die Folge seien Schwierigkeiten in den Grundlagenvorlesungen, hohe Abbrecherquoten und unnötig lange Studiendauern.
Von einer zukünftigen „realistischeren“ Notengebung in den Schulen versprechen sich die Mathematik-Professoren besser auf das Studium vorbereitete Schulabgänger. "Davon würden die Studienanfänger, aber auch die Hochschulen profitieren, denn diese können ihre Ressourcen dann zielgerichteter einsetzen. Wir müssen dann nicht erst wochenlang das lehren, was vor einigen Jahren noch Schulstoff war", so Knorrenschild. Und auch die Ausbildungsbetriebe würden profitieren, wenn auf diese Weise ein Zeichen für eine andere Einstellung zum Lernerfolg gesetzt werde.
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